Wanderung ins Münstertal

Zugegeben, die Rundwanderung ab dem Belchenhaus erst den langen Weg über den Rapsfelsen hinab ins tiefe Münstertal verlangt dem Wanderer einiges ab. Nach unserer Erfahrung am Hohen Kasten in der Südostschweiz aber kann uns so schnell nichts mehr schocken. So also unternehmen wir erst den obligatorischen Abstecher zum Gipfelkreuz, um uns dann auch schon auf den langen Weg bergab zu begeben. Eine Tour, für die man etwa sieben Stunden veranschlagen sollte. Über 1000 Meter Höhenmeter sind dabei zu bewältigen.

Blick ins M ünstertal
Rapsfelsen - Blick auf den Hohkelch

Nach dem Gipfel erwartet uns die erste gute Aussicht beim Rapsfelsen, nahe dem Hohe Kelch (1.264 m). Gleich danach erreichen wir den Hohkelchsattel, von wo wir der Blauen Raute Richtung Untermünstertal folgen. Damit kommen wir ein weites Stück durch einen landschaftlich reizlosen Fichtenwald, der in Teilen abgestorben ist und irgendwann einem Mischwald Platz machen wird.

Abstieg durch einen Fichtenwald
Münstertal

Um nicht ganz bis nach Untermünstertal und dem ausgeschilderten Bahnhof hinabsteigen zu müssen, verlassen wir bald die im Rother beschriebene Wanderung und folgen stattdessen den Schildern nach Kaltwasser und zum Besucherbergwerk. Eine wirkliche Abkürzung ist dies zwar nicht. Dafür aber führt uns diese Variante über den Feuersteigfelsen und Knappengrund zu einem der berühmtesten Häuser im ganzen Schwarzwald: der Kaltwasserhof, dem Drehort der Serie "Schwarzwaldhaus 1902 – Leben wie vor 100 Jahren". Das Gebäude kann samstags und sonntags zwischen 14 und 17 Uhr besichtigt werden.

Silberdistel am Wegesrand

Nach Kaltwasser verläuft der Weg durch eine offene Landschaft zum Teufelsgrund, wo es, neben dem Besucherbergwerk, Parkplätze und ein Restaurant gibt. Hier spätestens empfiehlt sich eine längere Pause und genug zu Trinken. Denn der langgezogene Aufstieg, vorbei am Schindelkopf und Breitnauer Kopf, bis hoch auf den Belchen hat es in sich, ist doch auf diesem Stück der größte Teil der 1000 Höhenmeter zu bewältigen.

Tatsächlich hat der Weg zwischen Breitnau über den Heidstein zur Krinne eine eher zermürbende Wirkung auf uns. So überlegen wir uns, ob wir nicht lieber auf die Aufstieg zum Belchenhaus verzichten und, über den Wanderparkplatz Krinne, lieber direkt zur Talstation des Belchens laufen sollen. Weil wir aber schon für die Gondeltalfahrt bezahlt haben, treibt uns schließlich der (Ehr-) Geiz die letzten 200 (?) Höhenmeter hinauf, bis wir abermals die Aussicht vom Panoramaberg, bei einer gefühlt lebensrettenden Apfelsaftschorle, genießen können.

der Kaltwasserhof - Leben wie vor 100 Jahren
Münstertäler Alphornklänge beim Bergwerk

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© Lars Freudenthal