Wanderung von Neuenweg zum Nonnenmattweiher

Rundweg um den Nonnenmattweiher

Der Wanderweg zwischen Vorderheubronn und dem Nonnenmattweiher wird an einigen Stellen von hohen Stauden gesäumt. Besonders schön ist dieser Abschnitt im Juli und August, wenn das Schmalblättrige Feuerkraut blüht und den Waldrand zum leuchten bringt. 200 Meter, nachdem wir die »Alte Pflanzschule« passiert haben, erreichen wir das Naturschutzgebiet Nonnenmattweiher.

Nonnenmattweiher
Nonnenmattweiher

Ohne menschliches Zutun gäbe es heute allerdings keinen See mehr an dieser Stelle. Auch das auf dem Weiher schwimmende Moor ist durch die Hand des Menschen entstanden. Denn nachdem der ehemalige Karsee zu Beginn des 18. Jahrhunderts künstlich aufgestaut wurde, hat sich ein Teil des vermoorten Karbodens gelöst. Dadurch ist eine schwimmende Torfinsel entstanden. Glauben wir der Infotafel vor Ort, ist dies ein einmaliges Phänomen im Schwarzwald. Sicher jedoch ist, dass durch die Torfinsel viele seltene Pflanzen- und Tierarten einen neuen Lebensraum gefunden haben. Und die Fische außerdem ein tolles Versteck, weshalb die anfangs geplante Fischerei bald wieder aufgegeben wurde.

Schmalblättriges Feuerkraut (Chamerion angustifolium), auch Schmalblättriges Weidenröschen, Waldweidenröschen oder Waldschlagweidenröschen  genannt
Gedenkstein am Nonnenmattweiher
idyllisches Plätzchen am oberen Ende des Sees

In der Vergangenheit sorgte der Nonnenmattweiher immer wieder für Schlagzeilen. So brach 1922 der Damm, sodass große Wassermassen das enge Tal hinabstürzten und Häuser Heubronn und in Bürchau beschädigten. Zwölf Jahre später wurde ein zweiter Damm errichtet und, am 9. und 10. Juni 1934, feierlich eingeweiht.
Nachdem sich der See, abgesehen von einer Baggeraktion im Jahr 1975, weitestgehend ungestört entwickeln konnte, stellte ihn das Regierungspräsidium 1987 unter Schutz. Wer aber dachte, dass der Nonnenmattweiher damit vor menschlichen Eingriffen geschützt ist, sah sich jedoch getäuscht.

Nonnenmattweiher
Blick vom idyllischen Plätzchen über den Nonnenmattweiher

Entgegen aller Schutzbestimmungen fielen 2004 etliche Bäume der Kettensäge zum Opfer. Mit dieser sehr zweifelhaften Tat sollte der See vor einer Verschmutzung durch herabfallendes Laub geschützt werden. Nachdem diese Aktion für reichlich Wirbel gesorgt hatte, versprachen die Verantwortlichen, dass in den nächsten 20 Jahren keine weiteren Eingriffe mehr stattfinden sollten. Bis zwei Jahre später die Langlaufloipe um den Nonnenmattweiher für die Skatingtechnik ausgebaut wurde und weitere Bäume im Weg standen.

Moorinsel im Nonnenmattweiher
Blick über die Moorinsel und den Nonnenmattweiher

Dass die Wunden der jüngsten Vergangenheit allmählich heilen und sich uns heute wieder ein in weiten Bereichen halbwegs intaktes Naturschutzgebiet zeigt, haben wir einer Gruppe engagierter Naturschützer zu verdanken, die mit Argus’ Augen über den Nonnenmattweiher und seiner einzigartigen Natur wachen. Über die vergangenen wie auch aktuellen Entwicklungen im NSG Nonnenmattweiher berichten sie auf einer extra dafür eingerichteten Internetseite.

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© Lars Freudenthal