Hüttenwanderung Feldsee - Rinken - Zastler - Feldberg

Aufstieg von der St. Wilhelmer Hütte auf den Feldberg

Vor dem nächsten Waldrand lädt eine Bank für eine kurze Rast ein. Richtig kaputt sind wir nach dem Aufstieg von der Zastler Hütte zwar nicht, für ein paar Minuten nehmen wir das Angebot aber doch gerne an. Zumal sich der Weg hier gabelt und wir nicht hundertprozentig sicher sind, welche von den drei Möglichkeiten zur St. Wilhelmer Hütte führt.
Ausschließen können wir den Weg ganz nach rechts, da er hinab ins Tal verläuft. Bleiben ein linker und ein mittlerer. Es gehen beide, jedoch kommen wir links direkt hoch auf den Feldberggipfel, während der mittlere auf dem Feldbergsteig einen Bogen auf die Westseite beschreibt, wo sich neben der St. Wilhelmer Hütte auch die Todtnauer Hütte befindet.

Feldbergsteig
Wanderweg zur St. Wilhelmer Hütte

Im Wald durchqueren wir mehrere Lichtungen, die mit Blaubeerbüschen dicht bewachsen sind. Es ist gut zu sehen, wo sich der Schnee länger halten konnte und welche Bereiche mehr Sonne und Wärme abbekommen. So entwickeln die einen Büsche gerade erst ihre Blätter, während andere in voller Blüte stehen oder sogar schon Früchte ansetzen.

Rast auf dem Feldbergsteig
Feldbergsteig
Blaubeerheide am Feldberg

Nach wenigen Minuten kommen wir schon wieder auf offenes Gelände. Es ist eine große Weide, die auch auf dem nächsten Wegweiser so genannt wird. Mit dem Stübenwasen im Blick vor uns spazieren wir bis zur St. Wilhelmer Hütte. Wer nicht den Umweg über die Todtnauer Hütte läuft, bekommt hier die letzte Möglichkeit zur Einkehr vor dem Aufstieg auf den Feldberggipfel. Diese bietet sich vor allem für diejenigen an, welche vom Todtnauer Wasserfall oder von Notschrei über den Stübenwasen zum Feldberggipfel wandern oder mit dem Rad unterwegs sind.

St. Wilhelmer Hütte
Aufstieg von der St. Wilhelmer Hütte auf den Feldberg

Der Aufstieg erfolgt ab der Hütte recht steil über Bergwiesen. Um Trittschäden der empfindlichen Vegetation zu vermeiden, bitten mehrere Schilder, die markierten Wanderwege nicht zu verlassen. Um dies zu unterstreichen, zeigt eine Tafel ein Foto aus den 1970er Jahren, auf dem der Hang von etlichen Trampelpfaden durchzogen ist. Nur mit großem Aufwand ist es möglich, diese wieder zu beheben. Schade, dass es immer noch (alte) Leute gibt, welche die Natur direkt neben dem Weg mit Füßen treten, und Eltern, die es nicht kümmert, wo ihre Kinder entlang rennen.

Kochscher Enzian (Gentiana acaulis), auch Stengelloser Enzian, genannt
Aussicht vom Feldberg zum Seebuck

Oben angekommen, stellen wir einmal mehr fest, dass der Gipfel des Feldbergs an sich relativ unspektakulär ist. Denn im Gegensatz zum benachbarten Herzogenhorn ähnelt er mehr einer lang gezogenen Kuppe. Und doch befinden wir uns hier auf 1495 Meter über dem Meer, dem höchsten Punkt von Baden-Württemberg.

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© Lars Freudenthal