Am Loipenhaus angekommen, bietet sich eine Einkehr zu einem Teller Schwarzwälder Schinken an. Neben dem klassischen Hinterschinken vom Schwein stellt der Wirt Rinderschinken her. Dabei stammen sogar die Tiere von den umliegenden Höfen. Da eines unserer Wanderziele ist, den eigenen Speck etwas zu reduzieren, verzichten wir jedoch darauf und lernen stattdessen, dass die Schweine hier oben fünf Monate länger leben dürfen als die meisten ihrer Artgenossen. Dadurch werden sie nicht nur deutlich schwerer, sondern auch die Struktur und der Geschmack vom Fleisch verbessert sich.
Weiter geht es vom Loipenhaus zur Marienkapelle. Wer hier den Wanderweg kurz verlässt, um in das kleine Gotteshaus zu gehen, muss sich nicht sorgen, denn der Weg, der zur Kapelle abzweigt, führt gleich danach wieder zurück auf den Schinkenweg. Hier befinden wir uns gut 1000 Meter über dem Meer und können die wärmenden Sonnenstrahlen auf unserer Haut genießen, während unser Blick über die Wiesen und entfernten Täler und Berge schweift. Zugleich wecken zwei Baumgruppen Erinnerungen vom Winter, als wir uns mühsam auf der Langlaufloipe der Anhöhe hinauf geschleppt hatten.
Damit ging es uns aber noch immer noch besser als den Schwarzwaldbauern bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Zumindest erklärt uns die Hinweistafel Nr. 6, dass die Bauern damals so viel Zeit mit der Herstellung all der Dinge aufbrachten, die sie für eigenen Unterhalt brauchten, dass ihnen daneben keine Zeit blieb, um zur Arbeit zu fahren. Soll das nun heißen, dass Tätigkeiten in der Landwirtschaft keine Arbeit sind? Oder waren die Bauern schon damals einfach nur gut im Jammern? Wir wissen es nicht. Wohl aber kommen wir an mehreren Höfen vorbei, die Werbung für höhere Milchpreise machen, obwohl sie von der genossenschaftseigenen Molkerei bezahlt werden, welche die Vergütung für die Milchbauern festlegt.