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Wanderung von Todtmoos zur Gletschermühle

Wasserfall bei der Gletschermühle Blick über den Strudeltopf hinweg

Von der Marksteinbrücke führt der Weg über eine asphaltierte Straße entlang dem Moor bis zum Sägewerk Schwarze Säge. Da hier auch Autos fahren dürfen, ist dieses Stück natürlich nicht ganz so schön wie die einfachen Wanderwege. Weil hier tatsächlich aber kaum Verkehr herrscht, sind die insgesamt 600 Meter von der Brücke bis zur Gletschermühle jedoch halb so wild.
Weit schlimmer finde ich da den Pfad, der von der Straße zur Gletschermühle führt. Denn leider führt dieser über ein paar Stufen, die mit Rundhölzern befestigt sind. Mit glitschigen Rundhölzern. Wusch!, haut es mir auch schon die Beine nach oben weg und knall ich auf den Rücken. So etwas kann böse enden. Zum Glück aber dämpft mein Rucksack den Aufprall so gut ab, dass ich mehr verdutzt in die Landschaft schau, als dass ich über irgendwelche Blessuren klagen müsste.

Krai-Woog-Gumpen Blick über den Strudeltopf hinweg Gletschermühle

Vom Schrecken etwas erholt, schaffe ich schließlich die letzten zehn Meter bis zum Wasserfall - oder auch Krai-Woog-Gumpen, wie es auf der Infotafel heißt. Zusammen mit der Gletschermühle zählt er zu den geheimnisvollsten Naturschauspielen im Hotzenwald. Unklar ist jedoch, wie der Wasserfall und die Löcher entstanden sind. Die Bezeichnung “Gletschermühle” deutet auf einen eiszeitlichen Ursprung hin. In dem Fall wäre ein Stein hinter einer harten Felswand eingeklemmt gewesen, sodass er nicht weiter vorwärts getragen werden konnte. Bei so einer Situation wird die Schubkraft des Gletschers in eine kreisende Bewegung umgelenkt. In dem Fall wären die Löcher Ergebnis eines anhaltenden Mahlvorgangs.

Wasserfall der Gletschermühle Blick über den Strudeltopf hinweg

Eine zweite Theorie zieht Vergleiche zu ähnlichen Löchern in Ibach und an der Alb unterhalb der Staumauer. Sie sind entweder direkt durch den Strahl fallenden oder strudelnden Wassers oder durch schleifende, mahlende Steine, die das Wasser bewegt hat, entstanden. In diesem Fall wäre die Gletschermühle in Wirklichkeit ein Strudelloch. Während man den Strudellöchern jedoch noch ansieht, dass das Wasser die treibende Kraft war, ist das Loch am Krai-Woog-Gumpen um einiges tiefer. Deswegen verhält sich die dritte Theorie diplomatisch: es könnten auch Gletscher- und Wasserkräfte zusammen gewesen sein.

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© Lars Freudenthal

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