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Wanderung durch die Wutachschlucht

Wieder unten am Flussufer, führt der Wanderweg in den ehemaligen englischen Kurort Bad Boll. Das mag einen zwar etwas wundern, aber angelockt vom Forellenreichtum, waren tatsächlich die Briten die ersten fremden Besucher in der Wutachschlucht. Mehr noch, von der Landschaft waren sie derart überwältigt, dass der Londoner “Fishing Club” das Kurbad im Jahr 1894 übernommen hatte. Die Engländer waren es auch, die weite Teile der Schlucht durch Holzstege und schmale Pfade durch die Felsen für den Naturliebhaber erschlossen haben.

Blick durch den oberen Abschnitt der Wutachschlucht
Flussbett mit Pestwurzflur

Die Spannungen vor dem Ersten Weltkrieg waren es schließlich, die die englischen Fliegenfischer fern hielt und damit den allmählichen Niedergang des Kurbads besiegelte. Von 1918 bis 1960 betrieb eine Krankenkasse das Bad, wechselte dann zur Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime und wurde zuletzt bis 1977 als Klinik und später als Stützpunkt für Wanderer betrieben. 1975 brannte das Hauptgebäude nieder, bevor weitere Gebäude abgetragen wurden.

Wasserfall in der Nähe von Bad Boll verfallene Kapelle bei Bad Boll verfallene Kapelle bei Bad Boll

So sind heute nur noch ein paar wenige Steine von Bad Boll sowie eine kleine, mittlerweile aber auch halb verfallene Kapelle übrig geblieben, welche von den Sträuchern und Bäumen längst überwuchert sind. Ein kleiner Rastplatz ist damit alles, was dem müden Wanderer, 8,5 km nach Aufbruch bei der Wutachmühle, für eine Verschnaufpause inmitten einer Wiese mit blühenden Wiesen-Storchschnabel und Butterblumen bleibt.

Ruine Boll Ruine Boll Ruine Boll

Ein paar Meter weiter führt ein Pfad hinauf zur 600 Meter entfernten Ruine Boll, der auf dem letzten Stück jedoch wegen der Gefahr herabfallender Steine gesperrt ist - mal abgesehen davon, dass von der Burg eigentlich nur eine dicke Mauer mit mehreren Löchern erhalten ist. Außerdem kann, wer nicht mehr bis zur Schattenmühle wandern möchte, von hier ins 1,2 Kilometer entfernte Boll zur Haltestelle des Wanderbusses wandern.

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© Lars Freudenthal

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