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Feldbergranger Achim Laber

Ein Ranger weckt Verständnis für den Naturschutz

Als Achim Laber 1989 seine Stelle als Feldbergranger antrat, musste diese von der Abteilung Natur- und Landschaftspflege des Regierungspräsidiums Freiburg erst geschaffen werden. Arbeit gab es für den ausgebildeten Forstwirt jedoch genug. Denn als die Rangerstelle auf dem Feldberg eingerichtet wurde, waren die negativen Folgen unkontrollierter Besucherströme bereits deutlich zu Tage getreten.

»Am Feldberg gab es extrem starke Erosionsschäden«, erinnert sich Achim Laber. Ursache waren Besucher, die sich immer wieder neue Wege suchten, um hinauf auf den Gipfel zu gelangen. »Manche Pfade waren bis zu 15 Spuren breit getreten und einen halben Meter tief ausgewaschen.«

Geführte Tour über die Feldbergwiesen.
der Feldbergranger Achim Laber

Die Aufgaben des Rangers waren damit klar definiert: die Schutzgebiete am Feldberg zu überwachen, die Einhaltung der Verbote zu kontrollieren und die Besucher aus sensiblen Bereichen fernzuhalten. Als Arbeitsgrundlage diente dem gebürtigen Schwarzwälder die Schutzgebietsverordnung vom Naturschutzgebiet Feldberg. Ziel war schon Ende der 1980er-Jahre, die sichtbaren Folgen des Massentourismus` in den Griff zu bekommen,

sodass sich das Naturschutzgebiet wieder erholen konnte. »Es hat sich sehr bald gezeigt, dass die Leute immer wissen wollten, wieso man jetzt etwas machen müsse«, berichtet Achim Laber und erklärt: »Damit wurde deutlich, dass die Themen Umweltbildung und Naturpädagogik mindestens genauso wichtig sind wie die eigentliche Schutzgebietsüberwachung; das ist das Reizvolle an dem Beruf.«

der Feldbergranger Achim Laber
Holzstege auf dem Feldbergsteig
Reiher aus der Ausstellung im Haus der Natur

Nach dieser Erkenntnis hat Achim Laber den Naturschutz im Hochschwarzwald mit vielen verschiedenen Inhalten gefüllt. Zu den Aufgaben, die er seit Anfang der 1990er-Jahre gerne wahrnimmt, zählen Führungen durch die Schutzgebiete und Vorträge über die einzigartige Natur am Feldberg. »Die Frage, die auch heute noch hinter allem steht, heißt: Wie erreiche ich die Menschen mit unseren Inhalten?«, betont der Feldbergranger. Als eine wichtige Einrichtung nennt er das Haus der Natur.

Das Gebäude beherbergt unter anderem die von ihm initiierte 3D-Schau. Für Erwachsene, die mit ihren Kindern oder Enkelkindern am Feldberg unterwegs sind, hat der Feldbergranger den so genannten Wichtelpfad in einem Wald anlegen lassen, der dem Lebensraum der Auerhühner nahe kommt. Als ein Ziel des 1,8 km langen Pfads nennt Achim Laber: »Wir wollen mit dem Pfad Werbung für die beeindruckendsten Waldvögel Mitteleuropas machen und das Verständnis für den Schutz dieser bedrohten Vogelart wecken.

Holzstege auf dem Feldbergsteig
Biber in der Ausstellung im Haus der Natur

Mehr Verständnis für die Natur wünscht er sich auch bei den Erwachsenen und insbesondere bei den Wintersportlern. Denn: »Viele Skifahrer scheinen zu glauben, dass Müll weg ist, wenn man ihn nur tief genug im Schnee verbuddelt. Nach der Schneeschmelze haben wir deshalb alle Hände voll zu tun,

den ganzen Unrat einzusammeln.« Dabei sind der Feldbergranger und seine Helfer bereits mit dem Aufstellen der vor der Skisaison abgebauten Zäune gut ausgelastet. Diese dienen dazu, die Besucherströme in die gewünschten Bahnen zu lenken.

Infoschilder auf dem Naturlehrpfad Feldberg
Feldbergranger Achim Laber im Haus der Natur

Als nachsichtiger im Umgang mit der Natur nennt Laber die Wanderer und Spaziergänger. Dazu beigetragen hat neben den Schildern im Gelände auch das persönliche Gespräch mit den einzelnen Besuchern. Achim Laber: »Wir sehen, dass die Menschen das Badeverbot im Feldsee eher akzeptieren, wenn sie wissen, welche seltene und empfindliche Pflanzen auf dem Seegrund wachsen.«

Ob der Ranger drinnen oder draußen arbeitet, gibt übrigens das Wetter vor. »Es ist einfach: an schönen Tagen ist Arbeit draußen und an schlechten Tagen ist Arbeit drin.« Dabei wird Achim Laber in der Hochsaison von Sommer- bzw. Winterrangern tatkräftig unterstützt. Auch für sie gilt: Die Aufklärung der Besucher, warum bestimmte Verhaltensweisen notwendig sind, um die empfindliche Natur zu schützen, ist das a und o ihrer Arbeit.

beim Feldsee
beim Feldsee

Die Übergangszeit zwischen dem Ende der Wintersportsaison und dem Frühjahr nennt Achim Laber saure Gurkenzeit. Sie wird für die Ausarbeitung neuer Projekte und Angebote sowie für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Was sich der Feldbergranger und die Kollegen vom Naturschutzzentrum und Naturpark alles einfallen lassen, ist dann unter anderem im Haus der Natur zu sehen.

VG Wort
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