Wanderung durch das Mettmatal

Auf dem Mittelweg von Rothaus bis zur Mündung der Mettma

Das Mettmatal zählt zu den wenigen Tälern im Südschwarzwald, das bei der Erschließung durch Straßen außen vor gelassen wurde. Für die Macher der großen Fernwanderwege im Schwarzwald mag dies einer der Gründe gewesen sein, warum sie die Ostvariante des Mittelwegs durch das weitgehend naturbelassene Tal geführt haben.

Staatsbrauerei Rothaus
Heimatmuseum Hüsli bei Rothaus

Fernwanderwege gelten als Antriebskraft für die landschaftsbezogene Erholung. So wirbt die Stadt Pforzheim mit der »Goldenen Pforte«, dem Eingang zu den drei ältesten Fernwanderwegen im Schwarzwald: dem Westweg, dem Ostweg und eben auch dem Mittelweg. Steinerne Portale markieren auch in anderen Gegenden der beiden Naturparks Südschwarzwald und Schwarzwald Mitte/Nord wichtige Ziele und Etappen der Fernwanderwege. So beim Haus der Natur am Feldberg, am Wiedener Eck oder das Murgtaltor in Forbach. Sie schärfen das Bewusstsein für die Wege und geben dem Tourismus weitere Impulse.

So darf es einen heute nicht wundern, dass es auf manch einem Abschnitt der Fernwanderwege mitunter sehr lebhaft zugeht. Eine Ausnahme bildet die Ost-Variante des Mittelwegs. Nachdem wir selbst seit einigen Jahren direkt am Mittelweg wohnen, kommen wir zu dem Schluss, dass auf der letzten Etappe der Ostvariante tote Hose herrscht. Damit einhergehend ließ leider auch die Pflege des Wanderwegs oberhalb von Waldshut zu wünschen übrig. Zwischen Rothaus und Witznau aber eröffnet einem die Ost-Variante eine Landschaft, die selbst Einheimische angenehm überrascht.

Weinbergschnecke im Tal der Mettma
Wanderweg von Rothaus an die Mettma
Auf dem Mittelweg durchs Mettmatal

Ein Grund, warum es nur wenige Wanderer auf die Schlussetappe des Ost-Mittelwegs schaffen, lauert gleich am Startpunkt in Rothaus. Hier lockt die gleichnamige Staatsbrauerei mit dem Brauereigasthof mit Biergarten. Angesichts der 20 Kilometer, die vor einem liegen, sollte man sich gut überlegen, ob man die Wanderung mit einer Einkehr beginnt.

Andererseits: wer sich zum Auftakt ein Bierchen gönnt, hat im Anschluss reichlich Zeit, dieses zu verarbeiten. Ebenfalls einen Abstecher lohnt das Heimatmuseum Hüsli. Es befindet sich im Eck zwischen der L 170 und der L 157 und ist aus der Fernsehserie Schwarzwaldklinik weltweit bekannt.

Schaffhauser Säge bei Ühlingen-Birkendorf
Mettma

Spätestens dann aber sollte man sich auf den Weg machen und der Markierung des Mittelwegs – rote Raute mit weißem, senkrechten Strich – hinunter nach Brünlisbach folgen. Mit der Brauerei im Rücken geht es damit weg von den Straßen in die Ruhe des Mettmatals. Nachdem wir die Trasse eines kleinen Skilifts gekreuzt haben, kommen wir in den Wald und passieren als nächstes die mit Moos und jungen Bäumen bewachsene Brandlisberghütte.

Gleich danach ist der Wegweiser Brandsberg erreicht. Hier folgen wir kurz dem breiteren Weg, wechseln dann aber rechts auf einen schmalen Pfad hinab zur Schaffhauser Säge. Ihren Namen hat die Säge Papst Urban II. zu verdanken, der im Jahr 1095 den Ort Grafenhausen dem Kloster Allerheiligen bei Schaffhausen schenkte. Die umliegenden Wälder werden bis dato von Schweizer Förstern betreut.

Klausenmühle im Mettmatal
Annette auf dem Mittelweg

Mettmaholzhütte und Mettmastausee

Blick auf die Mettma
Mettmaholzhütte

Bei der Schaffhauser Säge überqueren wir die Mettma und wird das Tal deutlich enger. Deshalb verläuft der Mittelweg auf dem nächsten Kilometer bis zum Waldparkplatz Lanzenfurt auf der Kreisstraße. Mit allzu viel Verkehr braucht man jedoch nicht rechnen. Selbstversorger finden beim Parkplatz eine ummauerte Feuerstelle. Sehenswert ist außerdem eine Granit-Stele in der die Entfernungen zu den beiden Hälften der Doppelstadt Waldshut-Tiengen eingemeißelt sind.

Bei der Stele verlassen wir dann auch die Kreisstraße und folgen dem Mettmatalweg über die Klausenmühle zur Heidenmühle. Dort überqueren wir die K6502 und sehen – sollte er nicht inzwischen weggeräumt worden sein – den Trümmerhaufen einer alter Säge. Weiter geht es auf Waldwegen zur Mettmaholzhütte. Sie kommt wie gerufen, um nach den ersten 7,5 km eine erste längere Rast einzulegen. Frisches Quellwasser spendet der Heinrich-Geisert-Brunnen auf der Talseite der Hütte.

Lochmühle im Mettmatal

Gut erholt, zweigen wir bei der nächsten Weggabelung rechts ab und überqueren die Mettma. Der nächste Abschnitt führt uns um das Mettmabecken. Bis zur Staumauer steht damit die flachste Passage dieser Tour an. Von der Staumauer sind es dann noch vier Kilometer über »Lochhäuser« bis zur Mettmamündung in die Schlücht. Eigens für müde Wanderer wurde bei der Mündung eine Bushaltestelle an der L 157 eingerichtet. Allzu viele Verbindungen gibt es jedoch nicht.

Außerdem würde man dann einen der schönsten Abschnitte dieser Wanderung auslassen. Also bleiben wir dem Mittelweg treu und überqueren die Mettma. Damit ändert sich der Charakter der Tour. War man bisher auf überwiegend breiten Waldwegen unterwegs (und ging es immer nur bergab), so gewinnt man nun auf einem steilen Pfad rasch etliche Höhenmeter. Nach 400 Metern ist das Gröbste geschafft und lohnt sich ein Abstecher zum Schwedenfelsen.

Kleiner Zufluss in die Mettma
Stele als Wegweiser auf dem Mittelweg
Offene Felsformation im Mettmatal

Schwedenfelsen über dem Schlüchttal

Der Granitbrocken ist ein beliebter, wenn auch anspruchsvoller Kletterfelsen. Zum Glück führt unser Weg von oben auf den Felsen, sodass wir bald die Aussicht über das Schlüchttal und das gegenüberliegende Allmut genießen können. Wir finden: ein toller Platz für eine Rast. Zurück auf dem Mittelweg, passieren wir mit der Tannholzwand und dem Falkenstein zwei weitere Kletterfelsen.

Wenige Minuten später verlassen wir die Anhöhe, kreuzen die K6594 und folgen dem steil abfallenden Mittelweg hinunter ins Tal der Schwarza. So wie wir auf die Zufahrt zum Witznau-Stausee stoßen, ist es dann nur ein Steinwurf bis zum Ziel beim Gasthaus Witznau, wo wir stolz auf die Tagesleistung und eine gleichermaßen ruhige wie abwechslungsreiche Tour zurückblicken können.

Rast auf dem Schwedenfelsen

Anfahrt und technische Anforderungen der Tour

Anfahrt vom Hochrheintal bis Witznau

Von der B 34 zwischen Waldshut und Tiengen Richtung Grafenhausen abfahren, weiter über die L 161 und L 157 bis Witznau. Parkmöglichkeiten gibt es zwischen der Schwarza und dem Waldrand.

Anfahrt vom Schwarzwald bis Rothaus

Von der B500 bei Seebrugg auf die L170 Richtung Bonndorf abfahren. Weiter bis zum Kreisel bei der Staatsbrauerei Rothaus, den Kreisel bei der ersten Ausfahrt (Richtung Grafenhausen) verlassen und 300 Meter weiter links zum Parkplatz bei der Kurverwaltung abbiegen.

Es bestehen Busverbindungen ab Waldshut-Tiengen und Grafenhausen zu den Haltestellen Witznau und Rothaus.

Ausgangspunkt Touristinfo von Grafenhausen in Rothaus, 965 m
Koordinaten N 47.68020, E 8.25470 (Witznau), ab dort mit dem Bus zum Start
Gehzeit 6 Stunden
Distanz 20 km
Anstiege ca. 160/670 HM
Grad T2
Einkehr auf der Strecke keine, in Rothaus und Witznau
gps-Daten Wanderung Mettmatal gpx
kml-Daten Wanderung Mettmatal kml

Wanderkarte Mettmatal

Höhenprofil

Steigungsprofil

VG Wort