Auf dem Rosenwanderweg von Nöggenschwiel

Fernblicke über den Hochrhein zu den Alpen

Der Rosenwanderweg von Nöggenschwiel verbindet idyllisch gelegene Dörfer und Weiler mit romantischen Plätzen und kulinarischen Genüssen. Zugleich bietet die hügelige Landschaft am Rand des Südschwarzwalds traumhafte Fernblicke über den Hochrhein zu den Schweizer Alpen.

Rosensortimentsgarten in Nöggenschwiel
Sortimentsgarten am Rosenwanderweg

Sortimentsgarten und Rosen in Nöggenschwiel

Der erste Blickfang dieser Tour lässt nicht lange auf sich warten. Vom Josef-Raff-Platz sind es nur wenige Schritte bis zum Sortimentsgarten am Rosenweg. Kavaliere kommen hier leicht in Versuchung, der Liebsten die ein oder andere hübsche Knospe abzuknipsen. Doch Finger weg! Die hier oben wachsenden Rosen sind Teil eines wissenschaftlichen Projekts. Im Sortimentsgarten wird die Frosthärte von Rosensorten in Höhenlagen untersucht. Rund 2000 Rosen stehen in der Anlage, im gesamten Rosendorf Nöggenschwiel sind es rund 17.000 in etwa 650 Sorten.

Gleich nach dem Garten zweigt der Rosenwanderweg rechts auf den Witznauweg ab. Vorbei an weiteren Gärten mit Rosen sowie auch reich blühenden Pelargonien geht es ostwärts in die offene Landschaft. Wer sich nur mal geschwind die Füße vertreten möchte, kann beim nächsten Wegweiser links zum Ziegelfelsen abzweigen. In diesem Fall ginge es über Hohfluhfelsen – einem schroffen Felsvorsprung über dem Schwarztal – zurück nach Nöggenschwiel. Die Wanderung schrumpft dann auf zehn Prozent ihrer eigentlichen Länge zusammen.

Rosensorte Inspiration
Rosensorte Yellow Meilove

Über Dietlingen ins Haselbachtal

Also lassen wir das und folgen der Rosenweg-Beschilderung über den Heckenbachgraben und das Schnörringer Kreuz zur St.-Fridolin-Kapelle in Dietlingen. Auf dem Weg dorthin quert die Tour das Waldgebiet Dörnen, an dessen Ende eine Bank mit Blick nach Aichen zu einer ersten Rast einlädt. In Dietlingen kreuzt der Rosenwanderweg die Kapellenstraße und zweigt, nach einem Zwischenanstieg, in der nächsten Rechtskurve halblinks zum Hauptort der Gemeinde Weilheim ab.

Wer später die Abkürzung bei Oberbierbronnen nehmen, aber nicht auf eine Einkehr verzichten will, findet oberhalb vom Rathaus in der Hauptstraße zwei Gasthäuser. Der Rosenwanderweg indes passiert das Rathaus auf der unteren Seite und führt vom Ortsende bis zu einer scharfen Linkskurve über die K 6556. Dort verlassen wir die Kreisstraße und folgen der gelben Raute hinab ins Haselbachtal. Dort treffen wir erst auf den Mittelweg, dann auf den Abzweig zum Haselbachwasserfall. Ein Abstecher lohnt sich.

Blütenpracht im Sortimentsgarten von Nöggenschwiel
Kletterrose in Nöggenschwiel
Kreuz am Rosenwanderweg der Gemeinde Weilheim
Wegkreuz Schnörringen
Auf dem Rosenwanderweg

Legende um den Haselbachwasserfall

Die Legende um den Wasserfall warnt davor, Frauen nachzustellen und Konkurrenz gewaltsam aus den Weg zu räumen. So soll der »lange Peter« von Remetschwiel Gefallen an Maria, der Tochter des Hasselbachmüllers gefunden haben. Als diese eines Abends entlang des Hasselbachs in das Schlüchttal lief, versuchte er, ihr auf einem Umweg den Weg abzuschneiden.

Am Teufelskessel – wie der Wasserfall auch genannt wird – traf er jedoch zuerst auf den Junker aus Waldkirch. Der Versuch Peters, den Mitstreiter in die Tiefe zu stoßen, scheiterte, als plötzlich Maria dazwischen trat und dem Junker zu Hilfe eilte. Stattdessen wurde der Teufelskessel das Grab des langen Peters – ein Schicksal, dass ihm als Rosenkavalier wohl erspart geblieben wäre.

Haselbachwasserfall bzw. Teufelsloch bei Weilheim
Hochsitz am Rosenwanderweg

Auf dem Mittelweg nach Maria Bronnen

Nach dem Abstecher geht es noch ein Stück weiter auf dem Mittelweg in Richtung Heubach. So, wie der Weg eine knapp 50 Meter hohe und gut 170 Jahre alte Fichte passiert hat, macht der Rosenwanderweg einen Schlenker über Rohr und die Nordseite vom Kühbuck nach Oberbierbronnen. Kurz nacheinander bieten sich uns damit drei Gelegenheiten, die Tour nach Nöggenschwiel abzukürzen. Wer sie alle auslässt, umrundet Bierbronnen und steigt schließlich über die Fatima-Kapelle und den Talbach nach Maria Bronnen ab.

Dort kreuzt der Weg erst die K 6551, dann den Haselbach. Zwischen dem Kloster Maria Bronnen und der Kreisstraße geht es auf einem schmalen Pfad mal links, mal rechts vom Bach hinauf zur Haselbachbrücke und weiter nach Ay. Das Dorf kann mit zwei Besonderheiten aufwarten: mit nur zwei Buchstaben trägt es den kürzesten Ortsnamen in Deutschland. 1883 wurde hier der heute älteste Schnupfverein Deutschlands gegründet. Mitglieder sind übrigens alle Einwohner von Ay über 16 Jahre. Ob sie Schnupfen, tut nichts zur Sache.

 

Fatima-Kapelle oberhalb Maria Bronnen
Kloster Maria Bronnen

Brauerei Waldhaus und Johanneskapelle

Von Ay führt der Rosenwanderweg steil bergauf über den Hirzenberg nach Bannholz und weiter über den Haagwald zur Privatbrauerei Waldhaus. Bierliebhaber sollten hier ihre längere Pause einplanen. Denn die Bierspezialitäten der Brauerei bekommen auch heute noch bis zu sechs Monate Zeit, um zu reifen. Das reicht, um auf nationaler und internationaler Ebene Preise abzuräumen. Darunter der Bundesehrenpreis für Bier, der World Beer Award für das beste Pils der Welt und der European Beers Star Gold-Award für das beste deutsche Kellerbier.

Von der Brauerei geht es über Remetschwiel und Brunnadern bis kurz vor Tiefenhäusern. Damit macht die Tour an ihrem höchsten Punkt einen Schwenk durch die Gemeinde Höchenschwand. Vor Tiefenhäusern unterquert der Weg die B 500. Jenseits führt der Rosenwanderweg über die Johanneskapelle an das Ehretsholz und weiter geradeaus über Aisperg und die Flöschbachkreuzung zurück nach Nöggenschwiel. Sicherlich erschöpft, aber stolz auf die eigene Leistung können wir dort auf eine abwechslungsreiche Runde zurückblicken.

Johanneskapelle bei Tiefenhäusern
Brunnen des Schnupfvereins Ay

Anfahrt und technische Anforderungen der Tour

Die Anfahrt erfolgt über die B 500 Waldshut - Titisee. Im Bereich der Brauerei Waldhaus auf die K 6556 abbiegen und den Schildern nach Nöggenschwiel folgen. Alternativ ist die Anfahrt über das Schlüchttal und Weilheim möglich.

Es bestehen Busverbindungen ab dem Busbahnhof von Waldshut und dem Bahnhof in Tiengen zur Haltestelle Josef-Raff-Platz in Nöggenschwiel.

AusgangspunktJosef-Raff-Platz in Nöggenschwiel, 712 m
KoordinatenN 47.6912, E 8.2136
Gehzeit9 bis 10 Stunden
Distanz32 km
Anstiege770 HM
GradT2, gute Ausdauer nötig, ansonsten ist es besser, den Rosenwanderweg in zwei Wanderungen aufzuteilen.
EinkehrBrauerei Waldhaus, Cafés und Gaststätten in Weilheim und Nöggenschwiel
gps-DatenWanderung Rosenwanderweg Nöggenschwiel gpx
kml-DatenWanderung Rosenwanderweg Nöggenschwiel kml

Wanderkarte Rosenwanderweg Nöggenschwiel

Höhenprofil

Steigungsprofil

Abgeerntetes Feld am Rosenwanderweg
Viehweide unterhalb Tiefenhäusern
VG Wort