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Wanderung zum Schlüchtsee

Variante über den Erlenbachweg nach Rothaus

Gasthof Roggenbacher Schlösser
Lupine im Steinatal

Bei der Wanderung zum Schlüchtsee lernen wir einen der ruhigsten Wanderwege im Rothauser Land kennen. Dieser beginnt im Steinatal auf Höhe der Roggenbacher Schlösser. Zwar wird das Steinatal selbst gerne von Motorradfans durchfahren. Ist man aber erstmal ein paar Meter weit in das Erlenbachtal gewandert, verstummt der Straßenlärm.

So ist das einzige, was wir auf dem Weg bis zum Schlüchtsee hören, das Gezwitscher der Amseln, Buchfinken und anderen heimischen Singvögel. Ganz abgesehen davon, dass uns selbst bei unserer Wanderung bis in die Nähe des Sees nur ein einziger Wanderer entgegenkommt.

Blüte am Wegesrand
Erlenbach

Der Erlenbachweg selbst ist angenehm zu laufen. Es geht zwar entlang des Erlenbachs stetig bergauf. Das allerdings so sachte, dass wir eigentlich nie eine wirkliche Anstrengung verspüren. Lupine, Bach-Nelkenwurz, Witwenblumen und einige andere Pflanzen blühen am Wegesrand.

Leise plätschert das Wasser über die moosbewachsenen Steine des Erlenbachs. Wo immer sich ein wenig Halt bietet, recken sich Farne in die Höhe. Einzig störend wirkt ein Nassholzlagerplatz, dessen Sprüher leider auch uns erwischen und kalt abduschen.

600 Meter nach der Kreuzplatzhütte (790 m) passieren wir den Kameradenfelsen unterhalb des Hornbergs. Die Hälfte des Wegs zwischen Roggenbach und Schlüchtsee (3,7 km) haben wir damit in einer knappen Dreiviertelstunde geschafft.

Schlüchtsee

Etwa eine Stunde nach dem Aufbruch bei Roggenbach verlassen wir den breiten Wirtschaftsweg, wandern noch ein paar Schritte entlang des schmalen Bachlaufs und kommen schließlich zu einem Waldpfad, der hinüber zum Schlüchtsee führt.

Ganz allmählich wechselt die Vegetation, säumen Blaubeeren den Waldboden unter den Fichten und Tannen.

Wanderweg zwischen dem Erlenbachtal und Schlüchtsee
Wanderweg vom Steinatal zum Schlüchtsee
Urwaldmammutbaum (oder Bäumchen)

Nachdem wir den einzigen bemerkenswerten Anstieg bewältigt haben, kommen wir wieder auf einen breiten Waldwirtschaftsweg und erreichen, sobald wir zwei Kartoffel- und Gemüseäcker (beide mitten im Wald) sowie einen Gruppenzeltplatz passiert haben, wenige Minuten später den Schlüchtsee.

Schlüchtsee bei Grafenhausen
Kaulquappen am Ufer des Schlüchtsees

Auch wenn der Schlüchtsee auf dem ersten Blick naturbelassen wirkt und seltenen Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum bietet, ist der See künstlich angelegt. Dabei wird der vordere (untere) Bereich zum Baden und Fischen genutzt und ist der hintere Bereich mit dem Zulauf der Schlücht als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Die Grenze zwischen beiden Bereichen ist mit schwimmenden Stämmen markiert. Neben einem Natur- und Waldlehrpfad kennzeichnet ein Schild südlich des Sees eine Fläche, die durch den Orkan Lothar am 26. Dezember 1999 leergefegt wurde und seitdem der natürlichen Sukzession überlassen wird.

Blick auf den Schlüchtsee
Schnitzfigur am oberen Ende des Schlüchtsees

Wanderweg vom Schlüchtsee nach Rothaus

Über die Südseite des Schlüchtsees mit kleinem Abstecher auf eine Plattform am Rande des Sees gelangen wir auf den Naturlehrpfad, der als Schlühüwanapark bekannt ist. Die Idee dazu hatte die Gemeinde Grafenhausen nach den schweren Sturmschäden durch den Orkan Lothar.

Kitsch im Wald
das Hüsli, Drehort der Schwarzwaldklinik

Eröffnet wurde der rund 1,7 km lange Weg im Juli 2005 und beherbergt einige, urige, aus Holz geschnitzte und teilweise recht kitschig wirkende Gestalten und Skulpturen. Der Naturpfad selbst gibt Erklärungen zum Leben im Steinhaufen, im Reisig- und im Totholz, beinhaltet einen kurzen Barfußpfad, ein Baumtelefon, ein Pirschpfad, eine Tierweitsprunggrube, ein Waldxylophon und gibt Informationen zum Fledermaus- und Vogelschutz, dem Leben der Waldameise und weiterer Insekten.

Das Hüsli - Schwarzwaldklinik
Rothaus - Hotel und Gaststätte

Am oberen Ende des Naturpfades angekommen, sind es nur noch wenige Schritte bis zum Hüsli. Dieses allerdings ist weder Teil eines Krankenhauses, noch befindet es sich im Glottertal. Statt dessen ist das 1911 erbaute Hüsli heute ein Heimatmuseum im Ortsteil Rothaus, in welchem die Sängerin Helene Siegfried unter anderen alte Möbel der umgebenden Höfe zusammengesammelt hat.

Hinter dem Hüsli führt ein Pfad über eine Wiese zur Rothauser Straße bzw. über eine Landstraße zur Staatsbrauerei Rothaus. Die Fabrikationsgebäude wirken zwar nicht besonders einladend. Im Biergarten lässt es sich aber durchaus eine Weile aushalten, bevor wir auf demselben Weg zurück bis nach Roggenbach wandern.

im Biergarten der Brauerei Rothaus
Blick über das Naturschutzgebiet zum Schlüchtsee

Anfahrt und Anforderungen der Wanderung

Die Anfahrt erfolgt über die B34 bzw. A98 von Rheinfelden nach Singen. Von der A98 bei Ausfahrt Tiengen-Ost abfahren. In Tiengen auf die L159 Richtung Bonndorf abbiegen. Nach gut 20 km befindet sich der Parkplatz am Abzweig nach Wittlekofen bzw. unterhalb der Roggenbacher Schlösser an der Landstraße.

Ausgangspunkt Wanderparkplatz Roggenbach im Steinatal
Koordinaten N 47.77500, E 8.33030
Gehzeit 4 bis 4.30 Stunden
Distanz 16 km für Hin- und Rückweg
Anstiege gut 400 HM
Grad T2
Einkehr Roggenbach, Schlüchtsee (Strandbad), Rothaus
gps-DatenWanderung Erlenbachweg gpx
kml-Daten Wanderung Erlenbachweg kml

Wanderkarte Schlüchtsee

Höhenprofil

Steigungsprofil

Wanderkarte zum Schlüchtsee »

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