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Wanderung von Bernau auf den Blößling

Dornröschen-Aussichtsberg oberhalb Bernau

Zwischen dem Herzogenhorn und dem Hochkopf wird der Blößling gerne übersehen. Dabei bietet der 1310 m hohe Berg eine unerwartet schöne Aussicht über das Bernauer Hochtal zu den Gipfeln im Hochschwarzwald.

Dies wissen auch die Wanderer, welche den südlichen Teil des Westweg abgelaufen sind. Denn der berühmte Fernwanderweg führt zwischen dem Weißenbachsattel und dem Herzogenhorn über den Blößling.

Wanderweg bei Bernau-Hof
Aufstieg von Bernau-Hof nach Hofeck

Für diese Wanderung starten wir in Bernau-Hof (930 m) und folgen ab dem Wegweiser der blauen Raute über den Hohfelsen (990 m) hinauf zum Hofeck. Damit zweigen wir wenige Schritte weiter links auf den Hofeckweg ab und passieren die Pension Hofeck.

Auf diesem ersten Abschnitt der Wanderung gewinnen wir rasch einige Höhenmeter, sodass wir bald große Teile vom Bernauer Hochtal überschauen können. Doch auch der Blick an den Wegrand lohnt sich. So blühen hier oben ab Mitte oder Ende Mai die ersten Lupinen. Darunter, ebenfalls in blau, entdecken wir Vergissmeinnicht und Ehrenpreis.

Aussicht von Hof-Eck über das Bernauer Hochtal
Blick über das Bernauer Hochtal

Eine Überraschung erleben wir, kurz bevor wir den Schlepplift vom Hofeck unterqueren. Es ist ein Schwarzspecht, der direkt vor uns eine Alm überfliegt, eh er weiter oben im Wald verschwindet. Schön, dass es diesen seltenen Vogel hier oben noch gibt.

Nach 1,4 km erreichen wir Hofeck (1130 m). Hier halten wir kurz inne und lassen unseren Blick noch einmal ausgiebig über die wunderschöne Landschaft rund um Bernau schweifen. Dann aber wechseln wir auf den Westweg und folgen der roten Raute durch den Wald Richtung Wacht und Blößling.

Westweg zwischen Hof-Eck und Eckkopffelsen
Westwegvariante auf den Blößling
Westweg bei Bernau-Wacht

Aufstieg von Hofeck zum Ecklekopf

abgestorbene Tanne bei Bernau im Schwarzwald
Westweg bei Bernau im Schwarzwald

Kurz bevor wir den Wald durchquert haben, zweigt der Westweg bei einer Gabelung rechts auf eine Lichtung ab. Eine große Aussicht bietet sie zwar keine, dafür aber ist sie sehr ruhig gelegen, womit sie auch den menschenscheuen Rehen einen geeigneten Lebensraum bietet. Ohne uns lange aufzuhalten, wandern wir weiter und kommen nach gut 200 Metern erneut in den Wald.

Blick vom Aussichtspunkt Roter Felsen zum Blößling
Blick über das Prägbachtal zum Sengalenkopf

Knappe eine Stunde nach dem Start in Hof erreichen wir den Ecklekopf. Auf den Felsen selber gibt es keinen Weg hinauf. Dafür hält der direkt darunter liegende Aussichtspunkt Roter Felsen, was er verspricht: eine herrliche Sicht vom 1310 m hohen Blößling im Südwesten bis zum 1414 m hohen Belchen im Westen.

Schauen wir nach unten, fällt der Blick in das tief eingeschnittene Prägbachtal, das auf der uns gegenüberliegenden Seite vom Gisiboden und Sengalenkopf begrenzt wird. Bei sonnigem Wetter ist hier der ideale Ort für eine erste kurze Rast.

Westweg zwischen Herzogenhorn und Blößling
Felsen beim Ecklekopf
Westweg zwischen Bernau-Wacht und Blößling

Aufstieg von Wacht auf den Blößling

Nach unserer Pause beim Roten Felsen müssen wir einige Höhenmeter wieder bis zur Passhöhe der Wachtstraße hinab laufen. Hier überqueren wir die viel befahrene Landstraße und folgen dann dem Westweg im Zickzack hinauf zum Blößling.

Damit kommen wir abermals in den Wald. Dabei ist der Forstweg jedoch so breit, dass wir am Nachmittag die halbe Zeit in der Sonne laufen.

Wanderweg von Bernau-Wacht auf den Blößling
Waldameisenhügel

Von Wacht bis zum Gipfel des Blößlings müssen wir auf 2,4 km rund 320 Höhenmeter bewältigen. Auch wenn wir kurz zuvor die letzten 100 km auf dem Jakobsweg gewandert sind, verlangt uns dieser Aufstieg einiges ab. Die Mühe aber lohnt sich. Denn schon lange vor der nahezu baumlosen Gipfelregion eröffnen sich uns immer wieder schöne Ausblicke zum Feldberg, dem Herzogenhorn und den beiden Spießhörnern.

Kurz, bevor wir den Gipfel erreicht haben, taucht außerdem der Seebuck links neben dem Herzogenhorn auf. Durch den Feldbergturm ist der zweithöchste Gipfel des Schwarzwalds gut zu erkennen.

Aussicht vom Blößling
Aufstieg auf den Blößling

Oben auf dem Blößling angekommen, laden direkt neben der Artur-Schweizer-Hütte zwei Bänke mit Tisch zu einer Vesper ein. Wir nehmen gerne an, womit wir zu unserem mitgebrachten Essen und Trinken eine Aussicht genießen, die sich nur mit Begriffen wie traumhaft und wunderschön beschreiben lässt.

Von keinem anderen Berg, den wir kennen, hat man eine so schöne Sicht über das Bernauer Hochtal zu den höchsten Gipfeln im Schwarzwald. Die bewaldeten Bergrücken und tiefer gelegenen Almen beiderseits des Krunkelbachsattels komplettieren das Bild im Norden.

Rastplatz auf dem Blößling
Blick vom Blößling über das Bernauer Hochtal

Läuft man ein paar weiter nach Süden, sieht man hingegen zu den Bergen rundum Todtmoos sowie - bei klarem Wetter - bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Schweizer Alpen. Doch auch die Gipfelregion des Blößlings ist viel schöner, als wir es vor der Wanderung gedacht hatten. So ist es kein Wunder, dass die Kurverwaltung von Bernau hier oben neben dem Traumrastplatz ein paar weitere Bänke aufgestellt hat.

Aussicht vom Blößling über Bernau zu den Gipfeln im Hochschwarzwald

Rückweg über Bernau-Innerlehen nach Hof

Frisch gestärkt und gut erholt steigen wir anschließend zum 600 Meter entfernten Blößlingsattel (1230 m) ab. Dort verlassen wir den Westweg und wandern auf einem Nebenwanderweg (gelbe Raute) weiter Richtung Bödemle und Bernau-Innerlehen.

Nach wenigen Schritten mündet der Wanderweg in den Blößling-Haldenweg. Hier biegen wir erst rechts auf den Forstweg und gleich darauf nach links auf einen von Heidelbeeren gesäumten Pfad ab, der steil bergab durch den Wald führt. Am unteren Ende des Pfads biegen wir erneut rechts auf einen breiten Forstweg ab.

Hinterwälder im Bernauer Hochtal
Blick von Bernau-Innerlehen über den Kurpark zum Spießhorn

Über den Himmelreichweg kommen wir schließlich zum Wegweiser Bödemle (1045 m). Ab hier folgen wir der gelben Raute durch offene Wiesen mit Rinderhaltung hinab nach Innerlehen. Wer noch Lust auf eine Einkehr hat, findet in dem Hauptort von Bernau einige Cafés und Gaststätten.

Wir jedoch biegen kurz vor der Durchgangsstraße rechts ab und wechseln vor einem Mühlrad auf den regionalen Wanderweg (blaue Raute). Dieser führt uns nach links erst durch den Kurpark mit Kneipp-Anlage für Arme und Beine und dann durch den Ort hinunter an die Bernauer Alb.

Teich im Kurpark von Bernau-Innerlehen
Albtalweg zwischen Bernau-Innerlehen und Hof

Beim Wegweiser Sägle treffen wir auf den Albweg. Auf ihm spazieren wir gemütlich entlang der Bernauer Alb bis zum Sportzentrum Spitzingberg und weiter durch die abwechslungsreiche Wald- und Wiesenlandschaft nach Bernau-Hof.

Nach knapp viereinhalb Stunden inklusive zwei Pausen erreichen wir schließlich den Ausgangspunkt in Hof, wo diese abwechslungsreiche Tour endet.

Eisenhutblättriger Hahnenfuß, Eisenhut-Hahnenfuß (Ranunculus aconitifolius)
Blick über die Bernauer Alb nach Hof

Anfahrt und Anforderungen der Wanderung

Die Anfahrt erfolgt über die B 500 Waldshut-Tiengen in Richtung Titisee-Neustadt bis Häusern. Dort auf die L 149 nach St. Blasien abbiegen. In Bernau-Dorf in die Straße Goldbach abbiegen und weiter bis in den Ortsteil Bernau-Hof fahren. Die wenigen Parkmöglichkeiten sind in dem Ort etwas verstreut (Achtung vor Halteverbot).
Wer von Westen kommt, biegt bei Geschwend von der B 317 Schopfheim - Todtnau in die L 149 nach Bernau ab. Die Zufahrt nach Bernau-Hof befindet sich dann vor Bernau-Dorf auf der linken Seite.

Ausgangspunkt Bernau-Hof
Koordinaten N 47.821306, E 8.014837
Gehzeit 4 Stunden
Distanz 13,8 km
Anstiege gut 600 HM
Grad T2
Einkehr auf der Strecke keine, schöner Rastplatz auf dem Blößling
gps-Daten Wanderung Bernau Blößling gpx
kml-Daten Wanderung Bernau Blößling kml

Wanderkarte Blößling

Höhenprofil

Steigungsprofil

Abstieg über den Blößlingsattel nach Bernau-Innerlehen
Landschaft zwischen Bödemle und Bernau-Innerlehen

Wanderkarte Blößling »

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