Silbersteig Suggental zur Schwarzenburg

Der Silbersteig besticht mit herrlichen Aussichten über das Suggental und die Oberrheinebene zum Kaiserstuhl und den Vogesen. So finden wir auf der ersten von zwei Runden mit der Schutzhütte Vogesenblick eine liebevolle Rastmöglichkeit. Highlight der zweiten Runde ist die Ruine Schwarzenburg.

Bergbauwanderung im Suggental

Rundweg 1 - Aufstieg durch den Engewald

Als Themenwanderweg besitzt der Silbersteig Suggental eine eigene Beschilderung, unterstützt durch die farbigen Rauten des Schwarzwaldvereins. Wir beginnen die Tour mit dem Rundweg 1, den wir im Uhrzeigersinn begehen. Somit wählen wir beim Wegweiser Herrenwegle den Pfad Richtung Engewald, zweigen nach wenigen Metern rechts auf den ansteigenden Weg ab und halten uns bei der Gabelung links. Wo der Pfad beim Wegweiser Am Engewald endet, biegen wir rechts in Richtung Luser ab. Wiederum nur ein paar Schritte weiter wechseln wir links auf den nächsten Pfad. Inzwischen sollten wir uns an die Beschilderung gewohnt haben, die uns über mehrere Kehren an den Waldrand führt. Vor Ort erwartet uns eine erste Aussicht über das Elztal sowie den Ort Suggental.

Um den Hornbühl zum Vogesenblick

Im weiteren Aufstieg folgen wir der gelben Raute am bzw. nahe dem Waldrand um die Südwestseite vom Hornbühl herum. Auf diesem Abschnitt lohnt es sich, immer wieder mal innezuhalten und den Blick über das malerische Tal unter uns schweifen zu lassen. Auch die Vogesen zeichnen sich in der Ferne immer besser über den Kaiserstuhl ab. Sowie wir den Wegweiser Überm Grabenhof passiert haben, tauchen wir wieder in den Wald ein und zweigen in der nächsten Kurve mit der gelben Raute rechts ab. Damit haben wir den höchsten Punkt der Runde bereits überwunden und können uns auf die wohlverdiente Rast beim Vogesenblick freuen. Der seit Generationen beliebte Aussichtspunkt wurde im Laufe der Jahrzehnte immer wieder an die umgebende Bewaldung angepasst und im Winter 2015 mit einem Dach versehen.

Untergang des Suggentals

Am Ende des Wegs biegen wir links zum Bürliadamshof und St. Anna Stollen ab. Vor Ort lernen wir außerdem die Geschichte des Bergbaus im Suggental kennen, deren Anfänge in der Römerzeit vermutet werden. Seine Blütezeit erlebte der Bergbau im 12. und 13. Jahrhundert, als vor allem Silber und Blei gewonnen wurden. Um das Jahr 1288 fand der Bergbau jedoch ein abruptes Ende, als die notwendigen Rückhaltebecken bei einem Unwetter brachen und die Gruben fluteten. Die Ereignisse wurden von Generation zu Generation weitegegeben und mündeten schließlich in einer Sage.

Sage vom Untergang des Suggentals

Diese handelt von einer Prinzessin, die demjenigen die Heirat versprach, der Wasser in ihr Schloss leite, um ein Wasserbecken für ihre Fische zu füllen. Als dies einem Jüngling gelang und die Hochzeit groß gefeiert wurde, ließen die Hofgesellschaft als auch die Dorfbewohner jeden Anstand vermissen, bis denn ein verheerendes Unwetter aufzog. Bei dem Unglück sollen bis auf fünf alle Bewohner ihr Leben verloren haben. Jedenfalls galt das Tal danach lange Zeit als unbewohnbar, bis denn 1776 mit dem St. Anna Stollen ein Wiederbelebungsversuch des Bergbaus gewagt wurde.

Über den Reschhof zum Wissereck

Nach dieser schaurigen Geschichte folgen wir erst noch dem Fahrweg geradeaus, eh wir rechts abbiegen und am Reschhof vorbei zurück in den Wald laufen. Der Rundweg verläuft hier in westlicher Richtung, um sich dann zum Vogelsanghof zu senken. Noch vor dem Hof biegen wir links zum Naturdenkmal Kastanie ab. Es wird angenommen, dass der mittlerweile hohle Baum im Jahr 1670 zu wachsen begann. Nach einer weiteren Passage im Wald öffnet sich beim Wissereck die Sicht über das Glottertal. Direkt oberhalb der Weinberge lädt eine Himmelsliege zum Verweilen ein.

Freizeitanlage Suggental

Zurück beim letzten Wegweiser, folgen wir der gelben Raute erneut durch den Wald sowie über »Am Schätzlehof« zur Freizeitanlage Suggental. Der Rastplatz umfasst mehrere Sitzgruppen und verfügt über eine Grill- und Feuerstelle, fließend Wasser und eine überdachte Schutzhütte. Für die Benutzung der Grillstelle ist eine Anmeldung bei der Ortsverwaltung erforderlich (Tel. 0162/288 42 08). Unterhalb lädt ein weitläufiger Spielplatz zum Toben ein. Auch finden wir hier eine weitere Tafel mit Infos zur Arbeit unter Tage. Für den weiteren Rückweg biegen wir beim Festplatz links ab und nutzen den Weg oberhalb vom Dorf bis zum Wegweiser Müllerhof, von wo uns rechts nur noch wenige Schritte von unserem Ausgangspunkt trennen.

Rundweg 2 zur Ruine Schwarzenburg

Der Schwarzenburg hat die Ferienregion ZweiTälerLand einen eigenen Rundweg gewidmet. Auch der Zweitälersteig führt direkt an dem Festungshügel vorbei. Im Schatten dieser beiden befindet sich der von uns vorgestellte Rundweg 2 des Silbersteigs Suggental.

Start beim Wanderparkplatz Bergwerk

Ab dem Wanderparkplatz beim Bergwerk führt auch der zweite Rundweg des Silbersteigs zunächst am Bürliadamshof vorbei, wenn auch in entgegengesetzter Richtung. Rechts geht es hoch in den Wald sowie an einem Schaustollen vorbei. Am oberen Ende des Wegs biegen wir links auf den Forstweg ab. Gleich danach öffnet sich beim Wegweiser Überm Grabenhof die Sicht über das Suggental. Zudem trennen sich hier die beiden Silbersteige. Während der Rundweg 1 nach Suggenbad abzweigt bzw. von dort kommt, folgen wir dem Rundweg 2 rechts auf den Hornbühl bis zum Wegweiser Engebuck. Vor Ort erfahren wir, wie die sogenannten Pingen entstanden sind – und welche Risiken mit ihnen einhergehen.

Aufstieg zur Schwarzenburg

Ab dem Engebuck verläuft der Rundweg 2 erst auf dem Hornbühlweg, dann mit der gelben Raute auf wechselnden, gut gekennzeichneten Wegen zum Grabenhofrank. Von dort führt der Rundweg über die Ostseite des Stalzenbergs herum bis zu einem ersten Ausblick auf die Schwarzenburg, eh wir uns beim Wäldele links, gut 100 Meter weiter beim Wegweiser Überm Hinteren Bauer rechts orientieren und über den Heuweg zur Schwarzenberghütte wandern. Durch den Zweitälersteig und der Schwarzenberg-Tour herrscht bei der Grillhütte ein ständiges Kommen und Gehen. Sowie wir den Fußweg hoch zur Ruine Schwarzenburg genommen haben, sollten wir auf dem weitläufigen Burggelände aber dennoch einen freien Rastplatz finden.

Geschichte der Schwarzenburg

Die früher Schwarzenberg genannte Festung geht auf die Schirmvögte des Frauenklosters St. Margarethen in Waldkirch zurück. Als Bauherr gilt Conrad von Waldkirch, der sich ab der Fertigstellung der Burg im Jahr 1136 »de suarcinberc« nannte und so das Adelsgeschlecht derer von Schwarzenberg begründete. Nachdem ein Zweig der Familie Mitte des 13. Jahrhunderts die Kastelburg bei Waldkirch errichtet hatte, starb die alte Schwarzenberger Linie mit Ulrich II. im Jahr 1347 aus. In der Folge war die Schwarzenburg zunehmend dem Verfall preisgegeben, bis sie im 16. Jahrhundert verlassen wurde und die eingestürzten Mauern als Steinbruch dienten. Auf dem 130 auf 40 Meter großen Areal haben nur wenige, aber dennoch beachtliche Reste die Zeit überdauert.

Auf der Schwarzenberg-Tour zum Wissereck

Zurück bei der Schwarzenberghütte teilen wir uns auf dem nächsten Abschnitt den Weg mit der Schwarzenberg-Tour. Somit geht es erst mit der gelben Raute durch den Wald zum Wegweiser Über dem Heuweg, dann mit der blauen Raute über den Rastplatz und dem Christuskreuz beim Luser zum Vogesenblick. Da sich dieser mitten im Wald befindet, fehlt die zu erwartende Aussicht. Wir können also der blauen Raute gleich weiter über das Heidelbeereckle und das Schlosswaldeck sowie über den Wegweiser Im Schlosswald bis zum bereits von der ersten Runde bekannten Wissereck folgen. Nachdem sich auf dem Weg dorthin kurz die Sicht zur Hochburg Emmendingen geöffnet hat, werden wir sicher gerne erneut innehalten und den Blick über das Glottertal schweifen lassen. Danach führend beide Rundwege des Silbersteigs gemeinsam durch den Wald zum Naturdenkmal einer alten Kastanie, und weiter bergab zum Reschhof nahe dem Wanderparkplatz Bergwerk.

Silberbergwerk Suggental

Seit Mitte der 1980er Jahre legt der Verein Silberbergwerk Suggental die alten Stollen frei und dokumentiert die Spuren des historischen Bergbaus sowie seine Auswirkung auf die Geschichte der Region. Führungen sind nach vorheriger Anmeldung sowie beim Stollenfest am jeweils zweiten Septemberwochenende möglich. www.silberbergwerk-suggental.com

Anfahrt, Anforderungen und GPS-Daten der beiden Rundwege

Von der B 294 Freiburg–Haslach die Ausfahrt nach Suggental nehmen. Der Parkplatz zum Rundweg 1 befindet sich parallel zur Bundesstraße gegenüber dem Hotel Suggenbad. Für den Rundweg 2 der Talstraße durch den Ort bis zum Wanderparkplatz beim Bergwerk folgen.

ÖPNV: Ab Elzach und Denzlingen bestehen Busverbindungen zur Haltestelle Suggental Suggenbad, Waldkirch.

AusgangspunktSuggenbad Suggental (N 48.0757, E 7.9249) bzw. Wanderparkplatz Bergwerk (48.0656, 7.9368)
Gehzeit2 und 3.30 Stunden
Distanz5,7 und 12 km
Anstiegeca. 360 und 450 HM
AnforderungenDie beiden waldreiche Runden nutzen vor allem Waldwege und Pfade, die nur auf kurzen Abschnitten etwas Trittsicherheit erfordern. An einigen Stellen bieten sich schöne Aussichten.
EinkehrAm Ausgangspunkt Hotel Suggenbad, schöne Rastmöglichkeiten entlang des Steigs
GPS-DatenWanderung Silbersteig gpx
kml-DatenWanderung Silbersteig kml

Wanderkarte Silbersteig Suggental

Höhenprofil

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