Wanderung von Schönau über die Stuhlsebene auf den Belchen

Aufstieg über den Philosophenweg und Mittelbühl

Die nächste große Belchenwanderung starten wir im Ferienort Schönau. Aber was heißt Ferienort? Viel bekannter ist Schönau als deutsche Solarhauptstadt, da hier eine mutige Gruppe von Bürgern die Sache mit dem Strom und der regenerativen Energie selbst in die Hand genommen hat.

Als einer der Vorreiter in Deutschland waren sie so erfolgreich, dass nicht nur zahlreiche Dächer in Schönau von der Solarenergie zeugen, sondern sie zudem bis heute jede Menge Strom auch in Haushalte anderer Gemeinden verkaufen können.

Aufbruch in Schönau
jede Menge Möglichkeiten

Etwas weniger erfolgreich waren die Schönauer allerdings in der Anlage von Wanderparkplätzen. Denn die zwei größeren öffentlichen Parkplätze befinden sich beide nahe der Durchgangsstraße(was ja durchaus Sinn macht), sodass wir ein gutes Stück laufen müssten, um auf den Wanderweg zu kommen.

Stattdessen versuchen wir unser Glück im Ortskern und parken schließlich bei der unteren Kirche.

im Zickzack auf dem Philosophenweg
Philosophenweg
Pfad nach Aitern

Von der Kirche sind es dann nur noch ein paar Meter bergauf, bis wir auf den Philosophenweg kommen, Schönau hinter uns lassen und damit auf der blauen Wanderraute Richtung Mittelbühl und Obere Stuhlsebene wandern.

Dieses erste Teilstück verläuft im Wald und beinhaltet bereits einige der gut 900 Höhenmeter bis auf den Belchen. Die Sprüche entlang des Philosophenwegs lassen uns diese Anstrengung jedoch kaum spüren - zumal wir noch frisch und fit sind. Einer der schönsten Sprüche auf dem Philosophenweg stammt von Lichtenberg: Leute, die nie Zeit haben, tun am wenigsten.

Lichtung zwischen Schönau und Aitern
Wanderweg auf den Belchen

Welche Glück, dass wir zu denen gehören, die noch nicht ganz ohne Zeit durch die Landschaft wandeln. So finden wir, nachdem wir den Philosophenweg und, etwas später, den Wald verlassen haben, genug Zeit, um uns auf der nächsten Lichtung die herrliche Herbstlandschaft mit einem Weiher und mehreren Wiesen umzuschauen.

Belchen - Panorama Aiternbachtal

Aufstieg über das Aiterntal nach Mittelbühl

Wanderweg über den Mittelbühl auf den Belchen
Bitte nicht in den Mund nehmen.

Nachdem uns der Wanderweg erneut durch ein Waldstück geführt hat, befinden wir uns an dem südlichen Hang des Aiterntals. Hier öffnet sich der Blick erstmals über die weite Landschaft bis zu dem kleinen Ortsteil »Holz ins Haus«.

Den Spruch »Ja ja, aber auch Holz vor der Hütte braucht es« haben die Bäume hier oben sicher schon hundertfach gehört. Aber wer ihn nicht bringt, riskiert, dass sie vergebens darauf wartet.

Eberesche
Wanderung von Schönau auf den Belchen
Herbstidylle nahe Holzinshaus

Von der billigen Pointe erheitert, durchqueren wir abermals den Waldstreifen zwischen Aitern und Schönau und finden nach etwa einer Stunde ab Aufbruch zu einer Bank, die einladend in der Sonne steht.

Da es windstill ist, nutzen wir die Gelegenheit zum zweiten Frühstück und genießen den Sonnenschein zusammen mit den mitgebrachten Kakao.

der erste Anstieg ist gleich geschafft
Herbstlandschaft

Bereits auf dieser kleinen Anhöhe, dem Mittelbühl (955 m) sind wir zudem überrascht, wie schön die Tour von Schönau auf den Belchen ist. Denn hatten wir zunächst gedacht, dass die Strecke lediglich ein weiterer Wanderweg hoch auf den Panoramaberg ist, so stellen die Ausblicke über die hier oben ruhige Landschaft, die im Herbst prächtig gefärbten Ebereschen und das im Kontrast dazu stehende Grün der Tannen klar, dass diese Wanderung zu den schönsten im Schwarzwald zählt. Hier Urlaub zu machen und die Tour zu versäumen wäre schade.

Höhenwanderweg zum Belchen

Obere Stuhlsebene

harmlos aussehender Buckel, der es aber in sich hat
Skihütte Rabenfels

Nachdem wir den Mittelbühl passiert haben, kommen wir auf einen breiten Wirtschaftsweg. Er ist vergleichsweise flach und sollte daher genutzt werden, um Kräfte zu sammeln. Denn kurz hinter einem Schild, das über den Naturschutz am Rabenfelsen an der Oberen Stuhlsebene informiert, zweigen zwei Pfade von links zum Rabenfelsen ab.

Beide haben sie gemein, dass sie über Gras führen, die eigentliche Wanderung auf der Blauen Raute abkürzen und schweißtreibend steil sind.

Obere Stuhlsebene
Witschaftsweg auf der Oberen Stuhlsebene
"Im Kreuz ist Heil"

Zum Rabenfelsen (etwa 1.100 m) hinauf zu kraxeln aber lohnt sich (wer nicht so gut zu Weg ist, kann auch außen herum), da man so binnen weniger Minuten eine ganz andere Landschaft vor sich hat: den Belchen, der sich hinter der Oberen Stuhlsebene als runde Kuppel deutlich abhebt, unser Ziel.

Daneben eröffnet sich uns hier bereits ein herrliches Panorama über die umliegenden Berge mit dem Feldberg, dem Herzogenhorn und Stübenwasen sowie vielen weiteren. Zum Verschnaufen steht ganz in der Nähe des Rabenfelsens übrigens eine Bank unter einer allein stehenden Fichte bereit, bevor es weiter über die die wieder flachere Obere Stuhlsebene geht.

Blick über die Obere Stuhlsebene Richtung Belchen
Witschafts- und Wanderweg auf der Oberen Stuhlsebene

Aufstieg von der Oberen Stuhlsebene zum Belchenhaus

Von der Oberen Stuhlsebene (1.100 m) sind es noch 2,5 km bis zum Belchenhaus oder 3 km bis auf den Belchengipfel. Das heißt, es kommt ganz darauf an, welche Route man nimmt. Denn nach gut einem Kilometer haben wir die Wahl:

Entweder wir bleiben auf der blauen Raute und haben also noch 1,5 bzw. 2 km vor uns oder wie wechseln auf die gelbe Raute und kürzen 500 Meter ab. Der Hinweis “steil” auf dem Wegweiser versteht sich wohl von selbst, da wir so oder so noch bis auf 1414 m hoch müssen.

Belchenstraße und Gondel
das letzte Teilstück

Um uns so kurz vor dem Ziel nicht unnötig zu verausgaben, wählen wir die flachere Variante und wandern durch den Wald und queren bald die autofreie Belchenstraße. Dass hier viele Wanderer vorbeikommen, zeugen die Spuren auf die Straße, da an den griffigen Wanderschuhen immer ein wenig Dreck und Erde haften bleibt, der auf dem Asphalt teilweise wieder abfällt.

Wenige Meter weiter talwärts sehen wir außerdem die Gondeln der Belchenbahn über die Straße schweben. Während sie den direkten Weg zur Bergstation nehmen, müssen wir noch eine kleine Runde auf der anderen Seite der Straße weiter laufen, unterqueren dabei die Belchenbahn und kommen dann von der anderen Seite (Nordost) hoch zum Belchenhaus.

Waldstück oberhalb der Stuhlsebene
Herbstidylle am Belchen
Wanderweg zwischen der Stuhlsebene und dem Belchen

Nach insgesamt 2 Stunden 45 Minuten Wanderzeit oben angekommen, ist es vorbei mit der Ruhe. Denn die meisten Gondeln sind besetzt, sodass jede Menge Ausflügler und Naturgenießer am Belchenhaus ankommen, um hier, auf 1400 Meter Höhe, die frische Bergluft, die Aussicht zu den benachbarten Bergen oder auch einfach ein kühles Bier, einen Kaffee oder, wie in unserem Fall, einen Almdudler (das schmeckt nur in den Bergen) zu genießen.

Nach einer ausgiebigen Pause und einem Abstecher hoch auf den Belchengipfel (1.414 m) kehren wir schließlich erst auf dem steilen Stück der gelben Wanderraute und dann auf dem bekannten Weg der blauen Raute zurück nach Schönau. Inklusive der Pausen haben wir für diese Wanderung 5,45 Stunden gebraucht. Alternativ ist es aber auch möglich, mit der Gondel ins Tal zu fahren und mit dem Bus zurück nach Schönau zu kehren.

Belchenbahn und Belchenstraße
Blick zurück, wenige Meter vor dem Ziel

Anfahrt und Anforderungen der Wanderung

Die Anfahrt zur Wanderung von Schönau über Mittelbühl und die Stuhlsebene auf den Belchen erfolgt über die B 317 Schopfheim - Todtnau bis Schönau. Parkmöglichkeiten sind vorhanden, aber rar gesät.

AusgangspunktBushaltestelle Schönau-Sparkasse oder Parkplatz Kirche im Ort
KoordinatenN 47.78720, E 7.89330 (Parkplatz Kirche)
Gehzeit5.30 - 6.30 Stunden
Distanz9/18 km
Anstiegegut 900 HM
GradT2
EinkehrBelchenhaus, in Schönau
gps-DatenWanderung Schönau Stuhlsebene Belchen gpx
kml-DatenWanderung Schönau Stuhlsebene Belchen kml

Wanderkarte Schönau im Schwarzwald

Höhenprofil

Steigungsprofil

VG Wort