Wanderung Triberger Wasserfälle und Panoramaweg

Deutschlands höchste Wasserfälle?

Wer Abgeschiedenheit und Ruhe sucht, ist in Triberg fehl am Platz. Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, laden Busse unzählige Ausflügler ab und belagern Urlauber und Kurgäste die Cafés, Restaurants und Andenkenläden.

Doch wer will es ihnen verübeln? Die Triberger Wasserfälle zählen genauso zu den unbestrittenen Höhepunkten des Schwarzwaldes wie auch die historische Altstadt von Triberg und die hier allgegenwärtigen Kuckucksuhren.

unterer Triberger Wasserfall
oberer Triberger Wasserfall

Zu Beginn der Wanderung bezahlen wir die Eintrittskarten zu den Triberger Wasserfällen. Gleich nach dem Eingang passieren wir die Obervogt-Huber-Tanne. Tatsächlich ist es eine Fichte, die an den Obervogt Dr. Karl Theodor Huber erinnert. Er ließ im Jahr 1805 gut begehbare Wege entlang der Wasserfälle anlegen und läutete damit die touristische Entwicklung Tribergs ein.

Nur wenige Meter weiter bergauf erreichen wir die große, untere Kaskade der Wasserfälle. Die beste Sicht auf die herabstürzenden Wassermassen bietet ein Holzsteg, der direkt über dem Becken hängt. Wer hier längere Zeit verweilt, bekommt eine kühle Erfrischung dazu. Für Fotografen bedeutet dies, dass sie ihre Kamera vor dem aufsteigenden Spritzwasser schützen sollten.

obere Kaskaden der Triberger Wasserfälle
Hauptkaskade der Triberger Wasserfälle
Blick von oben über die Triberger Wasserfälle

Deutschlands höchster Wasserfall

Mit diesem markigen Slogan lockt Triberg seit Jahrzehnten Touristen aus aller Welt in den Schwarzwald. Immerhin: die sieben Hauptstufen der Gutach kommen zusammen auf eine Fallhöhe von 163 Metern. Das ist schon ganz gewaltig und auch nach langen Frostperioden im Winter ein traumhaftes Naturschauspiel, wenn die einzelnen Kaskaden des Wasserfalls schwer mit Eis behangen sind.

Allerdings liegt die Fallhöhe der Triberger Wasserfälle damit über 300 Meter unter der des Röthbachfalls südlich des Königssees. Tatsächlich gibt es in den bayrischen Alpen noch sieben weitere Wasserfälle, die zwischen 200 und 300 Meter in die Tiefe stürzen. Für die Triberger Wasserfälle bleibt damit der neunte Rang. Aber wer wirbt schon gerne mit »Deutschlands neunthöchste Wasserfälle«?

Triberger Wasserfall im Winter
Wasser und Eis am Triberger Wasserfall

Bergsee und Triberger Panoramaweg

Nachdem ein paar schöne Bilder vom unteren Triberger Wasserfall im Kasten sind, steigen wir über mehrere Serpentinen bis zur Scheffelbrücke und zum oberen Wasserfall hinauf und folgen den Schildern zum Hochseilgarten.

Sowie wir den Bereich der Wasserfälle verlassen, kommen wir zu einem kleinen Kassenhäusle. Hier biegen wir rechts auf einen felsigen Pfad ab und laufen wieder ein Stück bergab zum nächsten Kassenhäusle.

Weg zwischen den Triberger Wasserfällen und dem Bergsee
Blick über den Bergsee

Ab dort geht es nach links über den Bergseeweg zum Bergsee von Triberg. Wem der Pfad zu steil ist oder wenn dieser im Winter unbegehbar ist, kann man auch von der Bergseebrücke direkt zum Bergsee spazieren. Auf dem Weg dorthin bietet ein Pavillon eine erste schöne Aussicht über Triberg.

600 Meter weiter erreichen wir den Bergsee. Die Terrasse vom Bergseestüble ist vor allem an sonnigen Tagen ein beliebter Ort für eine erste Rast. Nebenan befindet sich auch ein Spielplatz, wo sich die Kinder kräftig austoben können, bevor die Wanderung richtig beginnt.

Aussicht vom Panoramaweg über Triberg
Aussicht vom Triberger Panoramaweg über die Stadt

Auf der anderen Seite des kleinen Sees führt die B500 vorbei. Diese laufen wir bis zur Einmündung in die Schonacher Straße (L109) hinab. Auf der anderen Seite der Schonacher Straße überqueren wir einen Bach.

Der nächste Wegweiser zeigt uns den mit einer gelben Raute markierten Weg über den Panoramaweg von Triberg. Nachdem es erst ein Stück durch den Wald geht, öffnet sich die Sicht erstmals über den Kurort.

Triberger Panoramaweg
Ehrenmal von Triberg
Ehrenmal oberhalb Triberg

Auf dem Panoramaweg von Triberg erwarten uns einige schöne Ausblicke über das zwischen den Bergen eingeklemmte Städtchen. Sehenswert ist auch das Ehrenmal aus dem Jahr 1934. Zu dem Ehrenmal gehört ein 23 Meter hoher Turm, der dem Besucher ebenfalls einen weiten Ausblick über Triberg eröffnet.

Beim Wegweiser Panoramaweg biegen wir rechts Richtung Bahnhof ab und steigen über einen Waldpfad hinab in die Unterstadt von Triberg. Wer für heute genug gewandert ist, kann von hier nach rechts zurück zum 800 Meter entfernten Wasserfall laufen. Alle anderen folgen der blauen Raute zur Bahnhofsbrücke.

Aussicht vom Panoramaweg über das Gutachtal
Aussicht vom Triberger Panoramaweg

Russenbuche und Dreikaiserfelsen

Ausblick vom Rigi-Pavillon über Triberg
neugieriges Hinterwälder Rind in Triberg

Nachdem wir die Bahnlinie unterquert haben, folgen wir der gelben Raute Richtung Russenbuche und passieren das Denkmal zu Ehren von Robert Gerwig. Der Ingenieur war maßgeblich am Bau der Schwarzwaldbahn und der Erschließung des Schwarzwalds beteiligt.

Auf der anderen Seite des Denkmals steigen über einen Zickzackweg hinauf zum Rigi-Pavillon. Von dort führt der Weg über eine schöne und ruhige Wiese mit mehreren Bänken. Der nächste wichtige Wegpunkt ist der Standpunkt der leider 2004 gefällten Russenbuche.

Tintling
Robert-Gerwig-Denkmal in Triberg
Blick auf einen Abschnitt der Schwarzwaldbahn

Die einst 40 Meter hohe und im Stammumfang 4,60 Meter mächtige Rotbuche wurde 1864 von Bernhard Kienzler zum Abschied an seine alte Heimat gepflanzt, bevor er nach Russland auswanderte. Im Volksmund war der Baum bald als »Russenbuche« bekannt. Bis heute dient er den Tribergern als feste Ortsbezeichnung im Retschenwald.

Vom alten Standort sind es wenige Schritte bergauf zur neuen, 2006 gesetzten Russenbuche. Der Wegweiser bei der Buche gibt uns den Weg zum Dreikaiserfelsen an. Nach 400 Metern auf dem asphaltierten Winterwanderweg wechseln wir scharf links auf den ansteigenden Waldweg und passieren nach weiteren 400 Metern den Abzweig zum Dreikaiserfelsen.

Wanderweg zwischen dem Rigi-Pavillon und der Russenbuche
Rest der alten Russenbuche

Er erinnert an den Besuch von Kaiser Wilhelm I.. Zusammen mit seiner Gemahlin Kaiserin Augusta und dem Kronprinzen Friedrich, dem späteren 99-Tage-Kaiser, hatte er 1877 die Triberger Wasserfälle besichtigt. Als die beiden Herrscher 1888, im Dreikaiserjahr, kurz nacheinander starben, errichtete der Verschönerungsverein dieses Felsendenkmal. Oberhalb davon ermöglicht ein 2011 errichteter Pavillon eine weitere Aussicht über Triberg.

Nach einem Abstecher zum zerklüfteten Denkmal kehren wir auf den Wanderweg zurück und folgen der gelben Raute weiter über den Eichendorfweg zur Jugendherberge. Hier kreuzen wir die Rohrbacher Straße und wandern zunächst mit der gelben, dann mit der blauen Raute des Ortenau-Baar-Querwegs über die Wegweiser Rodelbahn und Froschbrunnen zurück zu den Triberger Wasserfällen.

Herbststimmung bei Triberg
die Neue Russenbuche
Wanderweg von der Russenbuche nach Triberg

Anfahrt und Anforderungen der Wanderung

Die Anfahrt erfolgt über die B 500 bis Triberg und der Beschilderung zu den Wasserfällen bis zum Haupteingang an der Einmündung der Friedrichstraße in die Hauptstraße (B500) folgen. Parkmöglichkeiten befinden sich in der Friedrichstraße.

Von Offenburg und Konstanz gibt es täglich einige direkte Zugverbindungen nach Triberg. Vom Bahnhof sind es etwa 300 Meter bis zur Einstiegsstelle am Wegweiser Bahnhofbrücke.

Ausgangspunkt Haupteingang Triberger Wasserfälle
Koordinaten N 48.1270, E 8.2335 (Parkplatz Friedrichsstraße)
Gehzeit 3.30 Stunden
Distanz 9,8 km
Anstiege ca. 360 HM
Grad T2
Einkehr Cafés, Restaurants und Imbisse beim Haupteingang, Bergseestüble, in Triberg
gps-Daten Wanderung Triberger Wasserfälle gpx
kml-Daten Wanderung Triberger Wasserfälle kml

Wanderkarte Triberger Wasserfälle

Höhenprofil

Steigungsprofil

VG Wort