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Freilichtmuseum Vogtsbauernhof im Schwarzwald

Traditionelle Schwarzwaldhöfe im Gutachtal

Hausmahlmühle, erbaut 1609 auf dem Adamshof in Vorderlehensgericht
Vogtsbauernhof im Schwarzwälder Freilichtmuseum

Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof zählt zu den Besuchermagneten im Mittleren Schwarzwald. Namensgeber des Museums ist der Vogtsbauernhof, der seit 1612 im Gutachtal steht und heute Sinnbild für das typische Schwarzwaldhaus ist. Als das Freilichtmuseum 1963 als das erste seiner Art in Baden-Württemberg eröffnet wurde, stand der Hof noch isoliert in der freien Landschaft.

Doch schon damals vermittelte der zuvor liebevoll restaurierte Eindachhof den Besuchern einen lebendigen Eindruck von der Arbeit und dem Leben der Menschen in früheren Jahrhunderten. Bereits zuvor hatte der Gründer, Professor Hermann Schilli, die verschiedenen Hausvarianten im Schwarzwald dokumentiert und 1953 unter dem Titel »Das Schwarzwaldhaus» veröffentlicht.

Hofkapelle, erbaut 1736 auf dem Simonshof in Jostal
Spinnerin im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof
Obst- und Weinpresse im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Wie wichtig Schilli der Erhalt der traditionellen Wohn- und Lebensformen war, zeigt sein langjähriges Engagement: Als Museumsleiter gestaltete er das Schwarzwälder Freilichtmuseum bis Mitte 1981 maßgeblich nach seinen persönlichen Vorstellungen und Vorlieben.

Dazu ließ er drei komplett eingerichtete Höfe in anderen Teilen des Schwarzwalds Stück für Stück abbauen, sorgfältig restaurieren und auf dem fünf Hektar großen Museumsgelände wieder originalgetrau zusammensetzen.

Hippenseppenhof und Lorenzenhof

Der Hippenseppenhofstand ehemals in Furtwangen-Katzensteig
Hippenseppenhof, erbaut 1599 in Furtwangen-Katzensteig

Der älteste dieser Höfe ist der Hippenseppenhof. Der 1599 in Furtwangen-Katzensteig gebaute Hof steht seit 1966 im Museum. In den Räumen erfahren die Besucher, wo die Heimat des Bollenhuts ist, was die Schwarzwälder Kirschtorte so berühmt gemacht hat und wie der Kuckuck in die Uhr kam.

1972 folgte die Eröffnung des Lorenzenhofs. Er wurde 1608 in Oberwolfach gebaut und gilt mit seinem gemauerten Sockelgeschoss und dem darauf aufgesetzten Obergeschoss aus Holz als typisches Kinzigtäler Haus. Im unteren Teil befindet sich der niedrige Stall, in dem früher das Vieh untergebracht war.

Kuhglocken im Futtergang, Hippenseppenhof

Im Erdgeschoss des Lorenzerhofs informiert eine Dauerausstellung der Forstdirektion Freiburg über die Waldnutzung und deren Wandel im Lauf der Jahrhunderte.

Drei weitere, historische Gewerbe im Schwarzwald werden im Obergeschoss des Lorenzenhofs dargestellt: die Glasbläserei, die Flößerei und der Bergbau.

Hotzenwaldhaus im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Im Gegensatz zu den anderen Höfen im Schwarzwälder Freilichtmuseum handelt es sich beim Hotzenwaldhaus um einen Nachbau. Vorbild für das durch sein tief heruntergezogenes Walmdach auffallende Gebäude war der Klausenhof.

Er wurde 1756 erbaut und an seinem ursprünglichen Standort in Großherrischwand in der Gemeinde Herrischried als Heimatmuseum erhalten. Die Bauart des Hofs spiegelt die harten klimatischen Verhältnisse im Hotzenwald wider.

Hotzenwaldhaus nach Vorbild des Klausenhofs im Murgtal
Kuckuckspfeifenbauer Ewald Lehmann

Um die Kälte zu bremsen, wurde zwischen der Außenwand und dem Wohnbereich ein Gang angelegt. In dem Gebäude sind eine Museumswerkstatt und der »Dachboden der Kindheit« mit Schulbänken, Märchenzimmer, einem Kasperle-Theater, Truhen und allerlei Spielgeräten untergebracht.

In der Werkstatt schildert Kuckuckspfeifenbauer Ewald Lehmann die Besonderheiten seines früher weit verbreiteten Handwerks und verblüfft die Zuschauer mit einer ganzen Reihe technischer Raffinessen aus einfachsten Materialien. Im Umgang informieren Schautafeln über das Textilhandwerk im Schwarzwald.

Kinzigtäler Speicher
Hochgangsäge beim Lorenzerhof
Ölmühle, erbaut vor 1840 in Bickelsberg, Kreis Balingen

Schauinslandhaus und Falkenhof

Das letzte Gebäude, das unter der Leitung von Hermann Schilli zum Vogtsbauernhof 1981 umgesiedelt wurde, ist das Schauinslandhaus von 1730. Als Besonderheit befindet sich der Eingang hier auf der Schmalseite.

Im Innern des Gebäudes ist eine Schneflerwerkstatt eingerichtet. Sie diente dazu, aus Holz alltägliche Gebrauchsgegenstände wie Löffel, Schüsseln, Heurechen oder auch Schindeln für die Bedachung herzustellen.

Tagelöhnerhaus von 1819
Blick in die Hofkapelle vom Simonshof im Jostal

Noch bis 1976 wurde der Falkenhof in Buchenbach-Wagensteig als Wirtschaftsgebäude genutzt. Durch das im 18. Jahrhundert errichtete und im Laufe der Generationen immer wieder leicht veränderte Gebäude ist es möglich, den Einzug der Technik in den Hof nachzustellen. Während im Stall alte Großviehrassen gehalten werden, entsprechen die Räume darüber dem Zustand von 1844, als die Wohnnutzung aufgegeben wurde.

Neben den großen Hofgebäuden befinden sich heute einige kleinere Gebäude auf dem Museumsgelände. Dazu zählen ein Leibgedinghaus, ein Tagelöhnerhaus, Speicher, Mühlen und Sägen, eine Hammerschmiede eine Hanfreibe und zwei Kapellen. Sie alle tragen dazu bei, 400 Jahre Kulturgeschichte des Schwarzwalds lebendig zu vermitteln, vor allem aber machen sie den Besuch zu einem richtig schönen Erlebnis.

Falkenhof, erbaut 1737 in Buchenbach-Wagensteig
Blick in die Rauchküche vom Falkenhof
VG Wort
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