Vesperstube Unterkrummenhof am Schluchsee

Von einfachen Hof zum beliebten Ausflugslokal

Gasthaus Unterkrummenhof
Ausflugslokal Unterkrummenhof

Der Unterkrummenhof zählt zu den beliebtesten Ausflugslokalen am Schluchsee sowie auch in der gleichnamigen Gemeinde. Die Gründe liegen auf der Hand: während sowohl die stark befahrene Bundesstraße als auch die Bahnlinie von Titisee nach Seebruck auf der gegenüberliegenden Seite des Schluchsees verlaufen, ist die Umgebung vom Unterkrummenhof autofrei. Auf der anderen Seite wird der Bootsanleger unterhalb des Hofs bei den Rundfahrten der MS Schluchsee angefahren. Damit ist das Gasthaus auch für weniger mobile Menschen gut zu erreichen. Vor Ort angekommen, können wir uns über eine rustikale Vesperkarte freuen.

Neben dem Hausmachervesper, einem Speckvesper oder auch dem Krummenhofbrett mit Wälderwurst und Bergkäse bietet diese auch Elsässischen Wurstsalat. Die Speisekarte beinhaltet neben einfachen Salaten und Suppen auch einfache warme Gerichte, angefangen bei der Bockwurst und Grillwurst über den Fleischkäse bis hin zum Flammkuchen, entweder herzhaft belegt mit Speck und Zwiebeln oder süß mit Zimt, Äpfeln und Rosinen. Zuletzt finden sich auf der Getränkekarte neben einer guten Auswahl Weinen und Spirituosen auch einige leckere Säfte mit Rhabarber, Johannisbeere oder Apfel und Holunder.

Kaninchen beim Unterkrummenhof
Gartenwirtschaft vom Unterkrummenhof

Geschichte des Unterkrummenhofs

Dass es den Unterkrummenhof überhaupt noch gibt, war nicht immer gewiss. Denn nach dem Tod Blasius Rogg verkaufte die Witwe das ehemalige Tagelöhnerhaus samit dem 16,5 Hektar großen Weidfeld an die Großherzogliche Forstverwaltung. Diese sah zunächst den Abriss des Gebäudes und die Wiederaufforstung des Weidfeldes vor. Allerdings hatte die Witwe nur eine Hälfte des Doppelhauses besessen.

Die andere, vordere Hälfte gehörte einem Jakob Banholzer, der überhaupt kein Interesse hatte zu verkaufen. Und das obwohl sich seine Hälfte in einem derart schlechten Zustand befand, dass man spekulierte, ob sie ohne den Schutz des hinteren Gebäudeteils überhaupt stehen konnte. Dennoch ging man das Risiko ein und riss die hintere Hälfte unter lautstarker Beschimpfung Banholzers 1859 ab.

Wanderung zum Unterkrummenhof
Wanderweg zwischen Staumauer und dem Unterkrummenhof
Wanderer auf dem Weg zum Ausflugslokal Unterkrummenhof

Statt Abbruch Gaststätte und Vesperstube Unterkrummenhof

In Folge des Abbruchs hatte der durchgängige Dachgiebel keine Rückwand mehr, sodass Wind und Wetter freie Bahn hatten. Auf Protest Banholzers hatte die Forsverwaltung ein Einsehen und ließ die Öffnung mit einem Bretterschlag schließen. Acht Jahre später hatte dann auch Jakob Banholzer ein Einsehen, womit die Forstverwaltung endlich die noch fehlende Haushälfte erwerben konnte. Den alten Plan umzusetzen, wäre ein Leichtes gewesen. Allerdings sah die Forstverwaltung in dem Anwesen nun den idealen Wohnsitz eines »Aufsehers der Wiesen« sah.

Später entwickelte sich der Unterkrummenhof zu einem beliebten Ausflugslokal am Schluchsee für die zunehmende Zahl an Wanderern. Um den neuen Ansprüchen gerecht zu werden, folgten mehrere Anbauten, die 2004 jedoch bei einer umfangreichen Sanierung und Modernisierung wieder entfernt wurden. Mit der Wiedereröffnung haben wir jetzt mehrere Möglichkeiten: wer will, kann sich eine ausgiebige Einkehr auf der Sonnenterrasse oder der Vesperstube gönnen und mit dem Boot zurück zum Ausgangspunkt fahren. Wir indes die letzten fünf Kilometer bis an die Staumauer zum gemütlichen Auslaufen genutzt.

Blick vom Seeweg auf den Schluchsee
VG Wort