Schluchtensteig im Südschwarzwald

Auf dem Schluchtensteig erleben Wanderer fantastische Einblicke in die Natur und Landschaft im Südschwarzwald. Dabei lebt der Fernwanderweg vom steten Wechsel zwischen tief eingeschnittenen Schluchten und exponierten Felskanzeln. Sie eröffnen uns spektakuläre Tiefblicke in so manch Felsenge. Andere begeistern uns mit Fernsichten nach Süden bis zu den Schweizer Alpen.

Fernwanderweg von Stühlingen bis nach Wehr

Wissenswertes zum Steig

Mit sechs Etappen und 119 Kilometern übertrifft der Schluchtensteig bereits zahlenmäßig alle anderen Wandersteige im Schwarzwald. Zugleich zählt der Fernwanderweg zu denen, die auch in englischsprachigen Reiseführern über Deutschland erwähnt werden. Einer der Gründe hierfür ist die geschichtliche Verbundenheit. So waren es Mitglieder vom Londoner »Fishing Club«, die 1896 das ehemalige Kurbad Bad Boll erworben hatten. In den Folgejahren engagierten sich die Engländer bei der Erschließung der Wutachschlucht zwischen dem Kanadiersteg und der Schattenmühle. Sie bildet heute den wichtigsten Abschnitt des Schluchtensteigs.

Zertifizierter Qualitätswanderweg

Zugleich kann der im Juni 2008 eröffnete Schluchtensteig einige Erfolge und Auszeichnungen vorweisen. Nach seiner Zertifizierung als Qualitätswanderweg im Jahr der Eröffnung war er 2010 nach Angaben der Schwarzwald Tourismus GmbH der erfolgreichste Fernwanderweg im Schwarzwald. Ebenfalls 2010 wurde der Begriff »Schluchtensteig« als Wort-Bildmarke und touristischer Begriff geschützt. Bis heute folgten mehrere weitere Zertifizierungen und Auszeichnungen. Sie alle belegen, was passionierte Wanderer schon immer wussten. Der Wechsel von engen Schluchten mit rauschenden Bächen und Flüssen zu aussichtsreichen Höhen macht das Wandern im Südschwarzwald zu einem unvergesslich schönen Erlebnis.

Wechsel von Tiefblicken zu weitreichenden Aussichten

Dabei besitzt jede der sechs Etappen ihre eigenen Reize. Auf der ersten Etappe gehen schmale, teils ausgesetzte Pfade mit einem spektakulären Tiefblick vom Felsrand über die Wutachflühen einher. Danach durchwandern wir auf der zweiten Etappe mit der Wutachschlucht den »Grand Canyon des Schwarzwalds«. Auf der dritten Etappe sind es dann die Abstecher, die uns in ihren Bann ziehen. So sollten wir zumindest einen Teil der wildromantischen Lotenbachklamm erkunden. Daneben erwarten uns hier atemberaubende Felskanzeln mit den Resten verwegener Burgen und Räubernester. Sie eröffnen uns herrliche Panoramen über die Hochrheinebene bis zu den Schweizer Alpen. Daneben führt der Steig zu einigen Wirtschaften, die schon durch ihre Lage zur Einkehr verführen. Damit zählt der Schluchtensteig zurecht zu den schönsten Mehrtagestouren im Schwarzwald.

Aussichten vom Bildstein und Lehenkopf

Im Gegensatz dazu kommt die vierte Etappe von Fischbach nach St. Blasien nahezu ohne Schluchten aus. Dafür führt dieser Abschnitt auf den Bildstein. Mit 1134 Metern ist er nach dem Krummenkreuz der höchste Punkt auf dem Schluchtensteig. Von der Domstadt geht es auf der vorletzten Etappe zunächst einige Höhenmeter nach oben, eh uns die Aussichten auf dem Lehenkopf und über die sanft geschwungenen Wiesen bei Ibach für die Mühe entschädigen. Das Finale führt uns schließlich vom Ferienort Todtmoos durch zunächst weite Landschaften, bis sich das Tal verengt und der Weg durch felsige Bannwälder oberhalb der Wehratalschlucht führt, eh das Ziel in Wehr erreicht ist.

Erste Etappe von Stühlingen nach Blumberg

Die erste Etappe des Schluchtensteigs führt von Stühlingen durch die Wutachflühen hoch nach Blumberg. Diese Etappe ist besonders schön, wenn der letzte Schnee geschmolzen ist und erste warme Sonnenstrahlen auf den Waldboden treffen. Dann bilden Märzenbecher prachtvolle Blütenteppiche an den Hängen östlich der Wutach. Doch auch im Sommer und Herbst hat dieser Abschnitt seinen Reiz.

Pittoreske Altstadt in Stühlingen

Bei der ersten Etappe sollte man ruhig etwas Zeit für Stühlingen einplanen. Denn der Startort vom Schluchtensteig besitzt eine pittoreske Altstadt nach habsburgischem Vorbild. Darüber thronen das Kapuzinerkloster und das in Privatbesitz befindliche Schloss Hohenlupfen. Der Einstieg in die Wanderung erfolgt dann bei der Katholischen Kirche in der Unterstadt. Ab dort wird uns das Schluchtensteigsymbol, eine grün geränderte Raute mit drei in sich verschlungenen »S« bis zum Ziel in Wehr begleiten.

Entlang der Sauschwänzlebahn

Nach der Besichtigung der Altstadt folgen wir dem Schluchtensteig durch die Bahnhofstraße und die Fußgängerunterführung der B314 an die Wutach. Ab dort geht es flussaufwärts bis nach Weizen, wo sich der Talbahnhof der »Sauschwänzlebahn« befindet. Nachdem der Weg ab Weizen durch ein Waldstück führt, überqueren wir beim Bahnhof Lausheim-Blumegg erst die Kreisstraße, dann 1200 Meter weiter die Wutach nahe der Eisenbahnbrücke.

Lunzifelsen und Muttergottes

Dort ändert sich der Charakter der Wanderung. Waren wir bisher auf bequem zu laufenden Wegen unterwegs, führt die Tour nun über einen Waldpfad bergan in den steil abfallenden Rand der Wutachflühen. Als geologische Besonderheiten passieren wir den Lunzifelsen und die Muttergottes, eine tiefe Ausbuchtung in der Felswand. Je nach Dauer des Winters blühen hier ab Mitte Februar die Märzenbecher. Beim Wegweiser Bei der Muttergottes biegen wir zum Parkplatz Wutachflühen ab. Auf dem Weg dorthin erreichen wir den oberen Rand der Felswände und eröffnet sich uns der atemberaubende Tiefblick auf die jetzt tief unter uns fließende Wutach.

Aufstieg über den Buchberg nach Blumberg

Beim Wutachflühen-Parkplatz biegen wir rechts auf die Flühenstraße, verlassen diese nach 400 Metern aber schon wieder und folgen dem Schluchtensteig über den Wegweiser Am Buchberg und die Ottilienhöhe auf den Buchberg. Der auf 880 Meter gelegene Berg bildet den südlichen Torturm der Blumberger Pforte. Nach dem schweißtreibenden Anstieg eröffnet sich uns bei der Gipfelhütte ein eindrucksvolles Panorama. Die Aussicht reicht über die hinter uns liegenden Wutachflühen bis zu den nächsten beiden Etappen des Schluchtensteigs. Nach diesen schönen Eindrücken folgen wir dem Schluchtensteig hinab zum Etappenziel in Blumberg.

Anfahrt, Anforderungen und GPS-Daten der 1. Etappe des Schluchtensteigs

Von der B 314 Lauchringen – Hilzingen bei Stühlingen-Ortsmitte auf die L 169 abfahren, weiter bis zum Ausgangspunkt bei der Kirche. Einen Wanderparkplatz gibt es am Bahndamm. Die Zufahrt erfolgt über die Hallauer Straße.
Es bestehen Busverbindungen unter anderem von Waldshut Busbahnhof zur Haltestelle Stühlingen Katholische Kirche.

AusgangspunktBahnhof in Stühlingen
KoordinatenN 47.7473, E 8.4514 (Bahnhof), N 47.7404, E 8.4430 (Wanderparkplatz Schluchtensteig)
Gehzeit6 Stunden
Distanz19 km
An-/Abstiegeca. 540/300 HM
AnforderungenT3: Der Weg durch die Wutachflühen ist technisch einfach, aber teils leicht ausgesetzt und durch den Hangdruck an einigen Stellen abschüssig. Bei nassem Laub ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Vom Rand der Wutachflühen tolle Ausblicke.
EinkehrGasthaus Wutachschlucht, in Stühlingen und Blumberg
GPS-DatenWanderung Schluchtensteig 1 gpx
kml-DatenWanderung Schluchtensteig 1 kml

Wanderkarte zur 1. Etappe des Schluchtensteigs

Höhenprofil

Alternative zur 1. Etappe als Rundwanderung

Streckenwanderungen erfordern immer einen erhöhten Aufwand bei der Planung. Insbesondere die Busverbindungen nach Stühlingen sowie zwischen dem Start und dem Ziel in Blumberg könnten gerne besser sein. Als Alternative empfehlen wir daher unsere Wanderung durch die Wutachflühen. Diese startet beim Gasthof Wutachschlucht, ist aber auch ab dem Wanderparkplatz an der Kreisstraße zwischen Fützen und Achdorf möglich.

Die weiteren Etappen des Schluchtensteigs

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